Jaran

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Jaran …
Irgendwas stimmte mit meinem Pferd *Jaran* nicht …. Ich ritt mit ihm und das Packpferd *Rova* trabte brav ergeben hinter ihm her. Doch *Jaran* rollte mit den Augen und schnaubte immerzu. Auch drehten seine Ohren nach vorne und hinten, der Schaedel hob und senkte sich, so Unruhig hatte ich ihn noch nie erlebt.
Ich klopfte ihm zu Beruhigung an den Hals und zog sanft an seiner Maehne, daß hatte er immer gerne, aber diesesmal nutzte all das nichts, er blieb unruhig und so schob ich den Umstand auf seinen Launen die ja immer neue Blueten trieben.
Allmaehlich fing *Jaran* an zu schwitzen und als er stehen blieb sah ich wie er zitterte, leicht wankte. Also beschloss ich Rast zu machen, im nirgendwo an einer Lichtung im Wald.
Festbinden brauchte ich *Jaran* noch nie und das Packpferd blieb sowieso bei seinem Leitpferd. Ich errichtete schnell mein kleines Zelt, schlug ein Feuer und beobachtete *Jaran* sorgvoll …
Irgendwas stimmte mit meinem Pferd nicht, ich schrubbte ihm mit trockenen Gras und Heu den Schweiß herunter, denn der Nachmittag senkte sich rasch und langsam wurde es kuehl. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, daß die laengste Nacht hereinbrach.
Rasch schoss ich zwei wilde Huehner, rupfte sie und drehte sie ueber dem Feuer. Nachdem ich beide gegessen hatte, stopfte ich mir ein Pfeifchen, goß mir einen Becher Wein ein und fuellte meinen Weinschlauch fuer unterwegs wieder auf. Als ich so da sass und mein Pfeifchen und Wein genoss, legte sich *Jaran* nieder. Ich war erstaunt, dass hatte er in meiner Gegenwart noch nie gemacht. Er schnaubte und deutlich sah ich, wie seine Nuestern blaehten. Sein Atem ging unruhig und schnell. Ich machte mir Sorgen um meinen alten und treuen Kampfgefaehrten. So ging ich zu ihm hinueber und setzte mich an seinen maechtigen Koerper und streichelte seinen Hals.
Der Vollmond erhob sich hell, sehr hell und groß. Von meinen frueheren Lehrer wusste ich, dass dieses Ereignis etwas mit der Mond Konstellation zur Erde zu tun hatte und das es nicht oft vorkam. Auf jedenfall war diese Nacht sehr hell und man konnte muehelos sehen.
*Jaran* fing wieder an zu zittern und sein Koerper fuehlte sich kalt an, so erhob ich mich wieder, legte im Feuer Holz nach, holte beide dicken Decken aus *Rovas* Gepaeck und legte diese ueber *Jarans* Koerper. Fast meinte ich ein dankbares Schnauben zu hoehren.
Der Mond stieg hoeher und *Jarans* Atem wurde ruhiger.
Als ich so dasass und mein Pferd beobachtete fuehlte ich wie er auch mich fixierte und unsere tiefe Freundschaft sah man uns beide an.
Sein Atem wurde flacher …
„Jaran“ sagte ich und streichelte ihm am Hals, „komm schon alter Freund“ fuhr ich das Gespraech weiter mit meinem Pferd, „komm wieder hoch und zwick mich, wie du es so oft getan hast“
*Jaran* schnaubte, so das sich das Gras bog. Langsam kam mir die Gewissheit, welcher Nacht heute war. Tiefe Trauer ueberkam mich, aber noch lies ich mir nichts anmerken…
*Jaran* konnte nicht mehr. Ich hatte mir nie Gedanken darueber gemacht ohne mein Pferd zu sein, zu Bestaendig war er, immer an meiner Seite und nun lag er bei mir und verabschiedete sich ruhig und sanft als waere er nie anders gewesen.
Ich setzte mich naeher an seinen Kopf und *Jaran* hob seinen Schaedel und legte ihn mir in den Schoss. Ueber soviel Zuneigung und Vertrauen trieb es mir die Traenen in die Augen und ich streichelte ihn an seiner Stirn.
„Jaran“ sprach ich ihn wieder an …
Ploetzlich kam *Rova* herueber geschlichen, er senkte den Kopf und stupste *Jaran* in die Seite, er stampfte mit dem Huf zur Aufforderung …
*Jaran* wieherte schrill und *Rova* entfernte sich rasch, viel schneller als er gekommen war.
Ich kraulte *Jaran* am Ohr und mein treues Pferd schloss die Augen, sein Atem wurde ruhiger.
Der Mond war schon laengst untergegangen und das Morgenrot daemmerte als *Jaran* das letzte mal mich ansah, wieder die Augen schloss und ausatmete.
Ich saß bei meinem Pferd das mich nicht mehr begleitete.
„Jaran“, hoehrte ich mich sagen „was tust du“? „Du weißt genau das dieser duemmliche *Rova* nur einen Leitpferd folgt“! „Du kannst mich doch nicht alleine lassen“ !
Durch meine eigenen Worten wurde mir die volle Tragweite erst offenkundig. *Jaran* lebte nicht mehr und *Rova* wuerde ich keinen Meter von hier wegbekommen.
Ich stand auf und entfernte mich von *Jarans* Koerper, ich fluchte in mehreren Sprachen als ich ausser Hoehrweite von *Jaran* war, zu tief der Respekt zu meinem treuen Freund der nicht mehr lebte.
Muedigkeit ueberkam mich ploetzlich und so legte ich mich in mein Zelt die Waffen griffbereit. Schnell war ich eingeschlafen, geplagt von Alptraeumen.
Die Sonne stand schon ueber den Zenit als ich wieder erwachte. Ich holte eine Schaufel aus dem Gepaeck und begann ein Grab auszuheben. *Jaran* wollte und wuerde ich nicht einfach so liegenlassen. Am Abend war dieses Werk vollendet und ich legte mich in mein Zelt hinein und verschlief die Naht sehr unruhig. Am naechsten Morgen, sehr frueh, erwachte ich wieder und schaute aus meinen Zelt.
*Rova* stand am erloschenen Feuer und ruehrte sich nicht. Ich ging zu ihm rueber und zog probehalber an seiner Leitleine, ob er mir folgen wuerde.
*Rova* bewegte sich nicht von der Stelle.
„Verdammt“ entfuhr es mir.
*Rova* stehen lassen wollte ich nicht. Zu kostbar mein Lasttier und auch daß was er transportierte.
Als ich so in meinen kleinen Lager saß und gruebelte, griff ich aus Gewohnheit zum Wein und nahm einen tiefen Schluck davon, das fuer und wieder abwaegen, nein, zu groß die Gefahr das ein anderer Reisender hier durch kam und meint Lastpferd mit meinem Habe einfach mitnahm.
Irgendwas bewegte sich am Weg im Wald. Einen Reiter sah ich nicht, aber ein Pferd, dunkel in seiner Farbe aber nicht schwarz, braun war seine Faerbung auch nicht, eher irgendwas dazwischen. Das Pferd kam langsam naeher, als wuerde es Anschluß suchen. Kraeftig sah es aus, bullig von vorne, seine Augen weit aussen am Schaedel, sein Koerper lang und auch an seine Hinterlaeufe konnte man seine Muskeln sehen.
Das Pferd kam langsam naeher und nun sah ich auch warum. Irgendein Schmied hatte diesem Pferd falsche und zu große Hufeisen geschmiedet. Der Hengst quaelte sich bei jedem Schritt. Aber offenbar suchte er die Naehe von Menschen, denn er zeigte keine Scheu.
Ich ging auf den Hengst zu und er lies sich ohne Gegenwehr einen Strick um den Hals legen, so konnte ich ihn an einen nahen gelegenen Baum binden. Ich ueber pruefte alle vier Hufe. Die vorderen zwei schienen noch okay zu sein, das hinten links gerade noch so, aber das rechte musste sofort gewechselt werden.
So beschloß ich das Feuer wieder zu entfachen und richtig anzuheizen. Aus *Rovas* Gepaeck holte ich einen Stahlbarren und befestigte es an einen nahen umgestuerzten Baum. Das Werkzeug, einen Hammer und eine Zange holte ich ebenso wie Naegel die ich brauchen wuerde.
Der Hengst beobachtete mich und als ich mich ihm naeherte meinte ich zu fuehlen das er mir freiwillig den Huf entgegen streckte.
So loeste ich mit der Zange die Naegel des Eisen und legte es in die heisse Glut.
Im Augenwinkel beobachtete ich das Pferd, er war ein Stueck groesser als *Jaran* und *er* war kein kleines Pferd.
Er stand nur einfach da und hielt den Huf ohne Eisen in die Luft, als wuerde er darauf warten seinen Schuh wieder angezogen zu bekommen.
Ich fragte mich insgeheim was passieren wuerde wenn ich ihn losbinde.
Zuerst entfernte ich von beiden Enden des Hufeisen ein Stueck, das Singen des Stahles und des Hammers konnte man sicherlich weit hoehren. Dann stauchte ich das Hufeisen in der Laenge und Breite und hoffte es wuerde reichen und halten bis zum naechsten Schmied der mir dann das Pferd ganz neu beschlagen wuerde.
Ich naeherte mich dem Pferd und presste das noch heiße Eisen ihm an den Huf, der Gestank war fuerchterlich, musste aber sein.
Dann schlug ich das erkaltete Eisen ihm an den Huf. Beim letzten Nagel den ich einschlug, zwickte mich der Hengst in den Ruecken.
*JAR…..*! entfuhr es mir, als mir einfiel das mein Pferd es gar nicht sein konnte.
So drehte ich mich um und blickte den Hengst finster an, er nickte mit seinem Schaedel und grinste mich an.
So ging ich an den Kopf des Hengstes und klopfte es am Hals und der Hengst grunzte dass sich anhoehrte wie *Scudo*, ich kopfte nochmals an den Hals und wieder entfuhr dem Pferd ein *Scudo*.
Also gut …. *Scudo* dachte ich mir.
Flink packte ich mein Lager zusammen und verstaute alles bei *Rova*
Dann nahm ich den Sattel von *Jaran* der fuer *Scudo* etwas zu klein eingestellt war, also lockerte ich die Gurte so dass sie passten. Ich setzte mich auf *Scudo* lenkte ihn zu *Rova* und ergriff die Leitleine. *Rova* folgte dem neuen Leitpferd ohne eine Spur des Misstrauen.
Zur Festung in dem mein Weib wartete waren es noch viele Tagesritte und so hatte ich Zeit eine Weile ueber die Vergangenheit des *Jaran* und mir nachzudenken, denn *Scudo* fuehrte das Lastpferd auf dem direkten Weg nach Hause als wueste es bereits alle Wege und Pfade …

Geh Jagen! Wenn ich das schon hoehre … Arioch geh jagen! Wir wollen heute Fleisch auf dem Feuer braten am Abend.

So und aehnlich muss ich mich von Lady Brigid anreden lassen und Leila die Perle aus dem Orient hatte wie immer kein Mitleid mit mir und wehe mir, wenn ich dann nicht gleich weg bin. Diesmal trank ich erst meinen Humpen Wein aus bevor ich mich erhob, ich sah schon die krause Stirn des Unmutes von Lady Brigid und meinte ihre Worte zu hoehren: „Jaja der Wein ist ihm wichtiger als das Abendmahl“

Also packte ich mir den Kurzbogen eine Handvoll Pfeile und verlies das Lager in die Richtung des naechsten Waldes. Ich aergerte mich ueber Ladys Brigid´s harrschen Ton mir gegenueber. Vielleicht sollte ich ihr doch meinen Titel und Namen sagen damit sie mich nicht wie einen Handlanger umher scheucht. Waehrend ich so vor mich hin brummte und grummelte, griff ich wie selbst zu meinen Weinschlauch und nahm einen tiefen Schluck daraus.

Als ich schwachen Rauch entdeckte, verspannte ich mich und meine Aufmerksam erhoehte sich. So schlich ich naeher und sah in einer Senke ein kleines Zelt. Tiefe und deutliche Spuren zeigten mir auf, das es vor kurzen erst verlassen wurde. Wer hier lagerte und aus welchen Anliegen konnte ich nicht erkennen, also riskierte ich einen Blick hinein. 
*Hmhm* weder die Herkunft noch die Gesinnung war zu deuten und nachdem ich hier niemanden entdeckte, kehrte ich zurueck zur Jagd.

Frische Hasen Spuren zeigten sich mir und ich folgten deren zu einer Lichtung. Der Wind kam von dieser und so konnte das Wild mich nicht riechen. Eine Gruppe Waldhasen frassen im Gras und so spannte ich den Bogen und zielte auf den fettersten in dem Haufen.

Ploetzlich stoben die Hasen in alle Himmelsrichtungen auseinander und ich meinte ein tiefes Brummen zu hoehren. 

*Ein Baer* dachte ich bei mir. *In diesen Waeldern hatte ich noch nie einen Baeren gesehen* 

Als weiter links von mir eine Gestalt aus dem Wald trat und mit dem Fuss aufstampfte. Ich sah den gespannten Bogen und schloss daraus das auch er zur Jagd unterwegs war. 
Wieder hoehrte ich das Brummen und ich lies meinen Pfeil im Bogen um ihm beizustehen, sollte sich der Baer auf der Lichtung sehen lassen. 

Ich blieb in meinem Versteck und beobachtete die Gestalt, als diese naeher kam, erkannte ich eine Frau, denn deutlich sah ich ihre weiblichen Rundungen und musste schmunzeln. Sie kam naeher, unwissend das ich mich in unmittelbarer Naehe befand.

*Wow, was fuer ein Weib* dachte ich bei mir. *Nur gut dass mein eigenes Weib im Lager auf mich wartet*. So verdaengte ich meine Gedanken daran. 

Unter ihrem Kopftuch sah man Weizenblondes Haar und dann sah ich ihre Augen, meines Weibe aehnlich, Sternaeuglein hoehre ich oft Leila zu Shaya sagen und diese Frau hatte aehnliche. Zirrlich war sie nicht und so schloss ich daraus das sie durchaus ihren Mann stehen konnte. Bekleidet war sie eher praktisch als eine Kriegerin, also zog sie umher, um Ware feil zu bieten.

Sie schimpfte so, wie nur Marktweiber schimpfen konnten, ueber sich selber und ihren leeren Bauch und wieder hoehrte ich das Brummen und ich kicherte in mich hinein. 

„Mit dem brummenin eines Baeren in deinem Magen, wirst du hier kein Wild erlegen“ sprach ich sie an.
Aprupt blieb sie stehen und versuchte ihren Pfeil wieder in die Sehne zu bekommen.
„Lass dass“ sprach ich weiter „Mein Bogen ist gespannt, bis du bereit bist und dich gedreht hast in meine Richtung, hab ich dich schon laengst am Boden“
Sie ueberlegte kurz und lies ihren Bogen ungespannt, sie drehte sich langsam zu mir um.
„Mein Name ist Tonja“ . Stellte sie sich vor.
„Mein Name tut hier nichts zur Sache“ . Erwiderte ich.
„Du hast mir meine Hasen gestohlen Tonja“ ! Fuhr ich fort.
„GESTOHLEN“ ? Fragte sie mit spitzen Ton.
„JA“ erwiederte ich, „mit deinem leeren Bauch kann man dich durch den ganzen Wald höehren“ .
„Am besten ich nehm dich mit in mein Lager und dort kannst erstmal was essen bevor du wieder auf die Jagd gehst und mir meine Beute stiehlst“ .
Misstrauisch blickte sie mich an.
„Wenn ich dir was antuen haette wollen, waere es laengst passiert“. Deutete ich ihren Blick richtig.
„Also gut“. Erwiederte sie.
So fuehrte ich sie in das Lager und stellte sie vor mit den Worten, „Seht mal, welches Wild ich erlegt habe“
„Schoen Arioch“ Entgegnete mir Lady Brigid spitz, „Wo ist das Fleisch“, zu Tonja sprach sie „DU kommst erstmal mit mir“.
„ARIOCH, geh endlich jagen“ ! Hoehrte ich es , sehr deutlich aus Lady´s Brigid Zelt heraus.
Ich fluchte in mehreren Sprachen vor mich hin, als ich erneut zum Jagen in den Wald verschwand …

Seit Tagen ritt ich schon durch den stetigen Regen, ueberall im ganzen Land fiel das kalte Nass vom Himmel.
Jaran mein Pferd blickte immer missmutiger und muehrischer ueber seine Schultern und ich spuerte dass er mich am liebsten abwerfen wuerde. Nur seine Treue zu mir, war staerker als seinen Launen.
Zurueck zu meinem Weibe, die sicherlich sehnsuechtig im Lager auf mich wartete, trieb mich durch diesen Regen der einfach nicht enden wollte.
Jaran hatte mit mir schon wirklich viele Dinge durchgemacht, nur jetzt wuerde er am liebsten irgendwo im trockenen stehen und die Sonne abwarten. Mir machte das Wetter weniger aus und denoch war auch bei mir der Punkt erreicht, an dem ich fluchte und schimpfte.
Nicht nur das meine Gewandung nass war, nein auch meine Waffen dufteten mittlerweile nach frischen Rost. Ich wuerde sicherlich einen ganzen Tag damit verbringen diese zu saeubern und zu pflegen.
Von der Umgebung wusste ich, dass in der Naehe eine Muehle stand. Deren Besitzer, hatte mich schon frueher beherbergt. Ausserdem war diese Muehle ein *stiller* Zufluchts Ort der Diebesgilde der Dasios. Also lenkte ich Jaran in die oestliche Richtung und versuchte mich daran zu erinnern, an welcher Baumgruppe ich den Weg nehmen musste damit ich in das Tal mit der „Kraehen Muehle“ gelangte.
Wie ich so gruebelte welcher Pfad nun der Richtige sei, trabte Jaran von alleine dorthin, sein Blick nach hinten zu mir versprach nichts gutes, als wuerde er mir sagen wollen *Reiten wir woanders hin, so werf ich dich nun wirklich ab*. So beugte ich mich nach vorne und klopfte mein Pferd am Hals und besaenftigte ihn so.
Sein Schritt beschleunigte sich in ein leichtes Galopp und nach kurzer Zeit erreichten wir das Tal. Als wir uns so naeherten, bemerkte ich das etwas nicht stimmte. In der Muehle brannte immer am Fenster eine Kerze; ein Zeichen der Sicherheit. Ein Licht; ein Nachtlicht; ein Sturmlicht aber dieses mal nicht.
So zog ich an den Zuegeln und Jaran wurde langsamer, ich beugte mich vor und zog ihm leicht am Ohr, Jaran fing im Schritt Tempo an zu schleichen. Im Schatten der Baeume naeherten wir uns leise der Muehle, ich lenkte mein Pferd an den dunklen Rand der Scheune und stieg vorsichtig von ihm. Ein kurzer Blick in die Scheune und ich oeffnete sie meinem Hengst, damit er endlich im trockenen stand. Ich nahm ihm den Sattel ab, denn ich wusste das niemand den treuen aber muehrsichen nochmal in diesem Regen nach draussen bringen konnte.
Ich verlies die Scheune und schlich mich an die Muehle, umrundete sie und verschuf mir einen aeusseren Eindruck. Niemand begegnete mir, durch die kleinen Fenster blickte ich hinein, aber ich sah keine Menschens Seele. Ich oeffnete die Tuere und stand im Gang, so gut ich konnte lauschte ich, aber ich verlies mich da eher auf mein Bauchgefuehl das mir sagte dass das Gebaeude verlassen war.
Ich schritt den Gang entlang oeffnete die Tuere und stand in der Kueche, hier sah alles sauber und aufgeraeumt aus. Auch der Raum wo alle speisten sah normal aus.
Den Muehlstein und das angrenzende Mehllager interesierte mich nicht und so stieg ich nach oben um die Schlafraeume zu untersuchen. Das eine Bett sah aus, als haette man jemanden geschlachtet, ueberall Blut, sogar unter dem Bett, das andere eher wie jemand der aufgewacht war und sofort sich den Kampf gestellt hatte. Das dritte erschien mir unberuehrt, ebenso die anderen drei in dem oberen Gemach.
Also stieg ich wieder hinunter und begab mich in die Kueche und suchte nach Essbarem. Ich nahm mir Brot das etwas hart war aber auch vom gepoeckeltes Fleisch und Wein.
Ich verlies die Muehle durch die Hintertuer und bemerkte was ich zuvor uebersehen hatte, Graeber! Die Erde noch im halbrunden aufgetuermt das nur auf frischen Graeber zu sehen ist. Ich ueberlegte nun wer wohl darunter lag aber ohne sie zu oeffnen wuerde dies wohl ein Geheimnis bleiben das niemand lueften konnte. Als ich so da stand sah ich nun auch den fast unsichtbaren Pfad, das von dem Friedhof wegfuehrte in den angrenzenden Wald in Richtung der Berge.
Ich verstaute das Brot und das Fleisch bei Jaran, ueberpruefte abermals das er es gut hatte. Erneut trat ich in den Regen hinaus und folgte den Pfad in den Wald hinein. Kaum zu erkennen war er hier und trotzdem fuehrte er mich immer naeher an den nahem Berg heran.
Als ich an den Waldrand kam sah ich, das der Pfad zu einer Hoehle fuehrte. Dunkel erinnerte ich mich was der Mueller mir frueher immer sagte. „Diese Muehle ist nicht das groesste Geheimnis, das es hier gibt“
Ich schlich nun leise zu dem Eingang und sah hinein, der erste Eindruck war, das es eine natuerliche Hoehle ist, weit konnte ich aber nicht sehen, da sie nach vier oder fuenf Schritte eine scharfe Kurve bildete. Leise fluchen drang ich in die Hoehle ein.
Nach diesem *Knick* blieb ich erstaunt stehen. Hier sah man nun, das ein Steinmetz, diese von aussen zu sehende Hoehle bearbeitet hatte. Diese Kuppel von Decke konnte unmoeglich natuerlich enstanden sein, auch die Waende die senkrecht zur Decke fuehrten, zeigte mir dass ein wahrer Meister hier zugange war. Von meiner Stelle konnte ich das Ende dieser Hoehle nicht sehen, obwohl im Abstand von 10 Schritten eine brennende Fackel an den Wandhacken steckten.
Mein Augenlicht das sich langsam an das Licht gewoehnte, sah nun einen riesigen Tisch, an dessen Ende jeweils eine art massiver Thron aus Holz stand, an den Seiten eine Bank. Die Tafel war gedeckt und schwere Kerzenstaender erhellten die Stille.
Also trat ich einen Schritt hinein und blickte zu Boden, schwerer Stroh lag herum und ich erkannte eine kleine Axt dessen Blatt im Schein der Fackeln und Kerzen glaenzte, als waere sie aus Silber. Der Koerper, der daneben lag war nur noch ein Skelett, das mir aufzeigte das vor sehr langer Zeit hier ein Kampf stattgefunden hat. Die groesse der Axt und dessen Besitzer der nicht mehr lebte, sagte mir dass es ein kleinwuechsiger war, der hier einen Kampf kaempfte, den er verloren hatte.
An den Waenden standen allerlei Kisten, Truhen und Hocker offene Schraenke, aber auch Hausrat dass man benoetigte und allerlei aufzubewahren. Das ganze erweckte den Eindruck, das sich hier jemand versteckt und lebt.
Ausser dem knistern der Fackel und meinen eigenen Atem konnte ich nichts hoehren. Also setzte ich mich auf den Stuhl nahe dem Ausgang und schaute mich noch genauer um. Ich konnte immer noch nicht das Ende der Hoehle sehen, sah aber das es noch tiefer hinein reichte. Ich stand also wieder auf und umrundete die Tafel und stand nun am Ende deren.
Daemrig und finster der hintere Teil und nur schemenhaft konnte ich drei oder vier lange Holzkisten erkennen die am Boden standen. Diese Kisten erinnerten mich an etwas aber in diesem Moment kam ich nicht darauf also holte ich mir eine brennende Fackel von der Wand und beleuchtete so diesen teil der Hoehle. Wo diese langen Kisten da standen, war die Hoehle nicht zuende, der Gang der wegfuehrte, war eher so breit, so das nur eine Person durchgehen konnte.
Aus dem Gang meinte ich ein Kichern zu hoehren, aber meine Ohren spielten mir schon oft genug einen Streich. Die Fackel in der linken Hand die rechte am Schwert *Stich* so betrat ich den Gang und bewegte mich leise voran.  Nach einer Biegung blieb ich erstaunt stehen, das was ich nun sah, erinnerte mich an einer Schleierhoehle die ich als Kind in sehr heissen Tagen immer aufsuchte. Von oben tropfte Wasser in die Hoehle das an sehr langen Blattwerk hinunter floss und somit den Raum kuehlte. Auch daemmriges Tageslicht war hier zu sehen. Also schritt ich durch das stetige nass und stand erneut vor einer langen Kiste, diese war aber reicht verziert und der Deckel gewoelbt und nun viel mir ein, an was mich diese Truhen erinnerte.
SAERGE ….. *gottverdammt* fluchte ich vor mich hin.
Diese Hoehle ist ein einziges Grab und ein mir Unbekannter lebt hier. Das Tageslicht das von oben herein viel, wurde immer weniger und abermals meinte ich das Kichern zu hoehren nur dieses mal kam der Laut sehr deutlich vor mir aus diesem Sarg. In dem Moment als ich *Stich* zog, hob sich auch der Deckel. Ich erhob mein Schwert zum Schlag. Abrupt erhob sich der Tote und so schlug ich zu, er wich meinen Schlag behende aus und ich drehte mich von meiner eigenen Wucht des Hiebes. Diese Situation hatte ich schon oefter und ich vollendete diese Drehung und stand wieder vor ihm. Ich lies die Fackel fallen, die gerade eben eher hinderlich war und griff mit der freien Hand hinter mir in den Waffengurt und zog einen schweres Messer heraus, das ich aber noch nicht zum Einsatz brachte. Das Schwert nun in einer Verteidigungsstellung und dieser Mann griff an. Ich bewegte mich einen Schritt nach hinten um eine fuer mich guenstigere Position zu bringen. Er bewegte sich auf mich zu und ich schlug mit dem schweren Messer zu. Kleidung und Haut durchtrennte ich aber es zeigte an dem Toten keine Wirkung, abermals schlug er nach mir, ich hatte Muehe mich dem Angriff zu entziehen. Also begann ich den siebener Schlag, der damit endete das sich das Schwert in Brusthoehe des Angreifers *versank*. Wie zu erwarten drang *Stich* am ende in den Brustkorb meines Gegenueber ein und ich lies das Schwert los, zu oft hatte ich mich verschaetzt und erst nach dem Fall des Toten mein Schwert wieder an mich genommen. Der Tote mit *Stich* in der Brust grinste mich nur an und bewegte sich erneut auf mich zu. An dieser Stelle trat ich nun hastig den Rueckzug an. Zog meinen zweiten Dolch und lief zurueck in die Haupthoehle wo ich mehr Platz und viel mehr Licht hatte. Einer der drei Saerge war nun ebenfalls geoeffnet und ich stellte mich auf zwei Gegner ein. Da kam auch dieser schon, langsamer als der mit dem ich mich gerade auseinander setzte. Ein kurzer Sprint von mir, ich hob mein schweres Messer und durchtrennte den Hals oberhalb der Gurgel, duckte mich kurz und stand hinter ihm und schlug nun mit dem Messer hinten in das Genick, man konnte das knacken des Wirbels hoehren und der Kopf viel herunter, auch der Tote sackte nun endgueltig in sich zusammen und von der anderen Hoehle konnte man ein Gebruell hoehren.
Etwas ausser Atem blieb ich stehen an der Tafel und verarbeitete das eben erlebte. Mit zwei Messer wuerde ich den anderen nicht zu Fall bringen.
Ich stand nahe am Ausgang, als der andere die Hoehle betrat, er zog *Stich* aus seiner Brust und setzte sich, gemuetlich und selbstbewusst auf seinen Thron. Mein Schwert legte er vor sich auf den Tisch. Er betrachtete mein Schwert mit einem Blick den ich schon oft gesehen hatte, denn *Stich* war das einzige seiner Art.
„Setzt Euch doch“ sprach er mich an.
„Selten erlebe ich einen wahren Gegner“ fuehrte er das Gespraech fort.
„Wer seid Ihr, das Ihr so kaempfen koennt und woher kommt dieses Schwert, das mir so unbekannt in der Form ist“ .
Mistrauisch blieb ich stehen und antwortet, „Das Schwert kommt aus Mazedonienen“ .
„Also seid Ihr ein Mazedonischer Abenteurer“ ?
„Nein meine Wurzeln sind italienischer Herkunft“ und des weiteren fragte ich nun „Wer seid Ihr“ ?
Der Untote ueberging diese Frage und fixierte mich nun, ich stand mit beiden Messern in Kampfstellung am Tisch.
„Setzt Euch doch“ wiederholte er nun seine ersten Worte.
„Ich werde Euch jetzt nicht toeten“ fuehrte er das eher einseitige Gespraech fort.
Ich dachte ueber die eben gesagten Worte nach *Ich werde euch JETZT nicht toeten*, ein leichter Schauer rann mir den Ruecken herunter. Die einfache geradezu leicht dahin gesagten Worte vermittelten mir, das dieser Mensch Selbstsicherheit und enorm viel Selbstvertrauen hatte, womoeglich hatte er noch nie einen Kampf verloren, auch wenn ich ihm gerade ein Schwert in seiner Brust versenkt hatte.
„Ihr werdet mich ueberhaupt nicht toeten“ erwiederte ich ihm nun.
Er laechelte und sah mich amuesiert an.
„Wo habt Ihr Euer Auge verloren“ ? „Der Edelstein muss einen gewissen Wert haben so gross wie er ist und in seiner Reinheit funkelt“ !
*hmhmmh wieso will er alles Wissen ueber mich* dachte ich.
„Wer seid Ihr“ fragte ich ihn erneut.
„Mein Name ist Estien de Na`wah und ich bin unsterblich“.
„Aha“ entgegnete ich ihm und ich sah bei ihm einen Blick des Erzuernen.
„Keine Waffe aus Eisen oder Stahl kann mich verletzen oder toeten“ erklaerte er mir und schon hatte er wieder seinen eher aristokratischen Blick auf.
„Ist es nicht eher langweilig, ewig zu leben“ ?
Diese Frage amuesierte ihn nun so das er laechelte und da sah ich etwas das ich nur aus Geschichten her kannte.
Dieser Mann war ein Vampir, deutlich sah ich seine Eckzaehne. Nun passte alles, die verlassene Muehle, das Blut darin, die frischen Graeber und das hier erlebte. Das groesste Geheimnis war also dieser Vampir.
Ich setzte mich nun und legte meine Waffen an den Seiten des Tisches.
„Was ist hier passiert“ fragte ich ihn nun, „die Muehle stand seid jeher und dem Schutz meiner Familie und alle aus meiner Familie fanden immer Schutz in der *Kraehen Muehle*.
„Auch andere fanden Schutz bei dem Mueller, mit dem ich ein Abkommen hatte“ antwortete er mir.
„Was ist passiert“ ? Wiederholte ich meine Frage. „Ich bin nicht gewillt den Tod des Muellers und den Tod meines Muendel dessen Tochter es war hinzunehmen“ .
„Wie schon erwaehnt, auch andere fanden hier Zuflucht,  der Mueller begann den Fehler habgierig zu werden und prahlte mit seiner Tochter die ich ueber alles liebte“ .
„Ihr liebtet mein Muendel“ ?
„Ja, und in all den Jahren liebte und beschuetzte ich sie aus der Ferne“ . „Den Vampir den Ihr gerade getoetet habt, hat sie umgebracht. Ich wandelte diesen Mann verdammt zu sein auf ewig mir zu dienen“ !
„Ich begrub alle die ich toeten konnte bis auf diesen hier“ .
„Nun somit alles geklaert ist, werde ich nun aufbrechen“ . Mit diesen Worten erhob ich mich aus dem Thron.
Auch der Vampir stand auf und sprach zu mir.
„Ihr glaubt das Ihr gehen koennt, nachdem Ihr mein Geheimnis kennt“ ?
„Klar“ antwortet ich ihm.
Er packte mein Schwert und warf es nach mir, die Klinge zischte eine Handbreite an meinem Kopf vorbei und viel an der Wand runter.
Ich packte beide Messer und mir fielen wieder seine Worte ein: *keine Waffe aus Eisen oder Stahl kann mich toeten* . Also lies ich die Messer wieder los und zog statt dessen meinen kleinen Dolch vorne aus dem Waffengurt, von dem ich meinte das die Klinge aus Silber ist.
Der Vampir war mittlerweile nahe genug an mir als ich den Angriff startete und mit dem Dolch nach seinem Hals stach. Der Dolch beruehrte nur den Vampir als er einen Schrei des Schmerzen aussties. Eine Brandwunde zeigte sich mir an seinem Hals. Nun grinste ich und Estien de Na`wah der Vampir, zeigte sich vorsichtiger.
„Wir koennen es so handhaben“ sprach ich ihn nun an.
„Entweder ich gehe, wahre Euer Geheimnis und Ihr lebt, oder ich toete Euch und gehe trotzdem“ !
„Nein“ antwortet er mir „Ich toete Euch ARIOCH und den Rest Eurer Familie dessen von Dasio`s Ihr seid“ .
„Mein lieber Estien“ nun musste ich schmunzeln „Das Geheimnis meiner Herkunft werdet Ihr in Euer Grab mitnehmen“
Er griff mich an, ich bewegte mich und griff zu Boden an  die Stelle wo diese Silberne Axt lag. Kam wieder auf die Beine und schlug mit einen Hieb dem erstaunten Vampir den Kopf ab. Der Kopf und sein Rumpf  wurden augenblicklich zur Asche und nichts deutete hier mehr von der Anwesenheit eines Vamirs.
Ich setzte mich wieder und begann ueber das Erlebte nach zu denken.
Als die Nacht vorueber war und sich niemand der Hoehle naeherte, besuchte ich noch die frischen Graeber und hielt kurz inne um meine Freunde die hier lagen zu verabschieden.
Ich sattelte Jaran und ritt bei Sonnenschein von der Muehle weg um endlich bei meinen Weibe zu sein.
Die Axt, die mein Leben rettete wird immer einen Ehrenplatz haben.

Das fremde Lager

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Es war ein lauer midsommer Tag, ich sah aus der Ferne das schwarz – gelbe von meinem Lager und ritt so dem gefuellten Kessel entgegen der immer im Lager brodelte egal zu welcher Tageszeit ich dort ankam.
Leila die Perle aus dem Orient und Lady Brigid aus dem Hause Dasio konnten es nicht leiden einen Gast ohne Speiss zu bewirten. So lenkte ich also meinen muehrischen Jaran in die Richtung des Lagers, wie immer meinen Weinschlauch in der Hand der irgendwo heimlich leckte.
Das rechte Auge hatte ich vor langer Zeit in einem Kampf verloren, aber diesesmal trug ich eine einfache Augenbindeaus Leinen. Bekleidet in praktischen Leder, das aber auch an den wichtigen Teilen des Koerpers verstaerkt um den einen oder anderen Hieb abzuwenden, auch meine Bewaffnung die man sehen konnte floessten Respekt ein, nunja es waren auch unruhige Zeiten!
Als ich diesem Lager naeher kam bemerkte ich das etwas nicht stimmte. Das Hauptzelt war doppelt so groß wie ich es in Erinnerung hatte und so grollte es schon in mir, ueber den Verlust vieler Goldmuenzen die das Zelt bestimmt ausgerufen hatte!
Mit finsterer Miene stieg ich von Jaran ab, lies seine Zuegel los und deutete unwirsch zu Boden, mein Hengst wußte, diese Stelle und der Umkreis von 10 Schritt, mehr durfte er sich nicht bewegen!
Als ich den Rand des Lager’s erreichte, sah ich im linken Augwinkel etwas grosses schwarzes und gleich darauf in etwas schlankerer Gestalt noch einmal.
*Verdammt* haette ich besser aufgepaßt damals im Kampf dann haette ich beide Augen noch und ich wuerde nicht jedesmal meinen Kopf ruckartig bewegen muessen, wenn ausserhalb meines uebrig gebliebenen etwas Auge passierte.
Ich ging noch einen Schritt in das Lager, immer noch in dem glauben ich wuerde gleich mein Weib Shaya, Leila die Perle aus dem Orient, Lady Brigid, Björn und Grimaar antreffen, als ploetzlich ein fremder kahlgeschorener blonder Huene vor mir stand. Sein nackter Ober- koerper zeigte alle Muskeln und ich bemerkte eine Nordman Axt in seiner linken Hand.
Meine Hand fuhr blitzartig zu *Stich* und leise verfluchte ich mich da ich *Blender* bei Jaran gelassen hatte! Genauso schnell wie meine Hand zu dem Schwert sich bewegte, genauso schnell faellte mich der Huene mit einem Hieb mit seiner rechten Faust und ich wurde bewusstlos.
Als ich wieder erwachte, fand ich mich gefesselt und geknebelt vor und vor mir stand eine Frau mit langem Haar und blickte mich zornig an.
„Ich dulde in meinem Lager keine Waffen“ fuhr sie mich an und bevor ich mich bemerkbar machen konnte sprach sie weiter
„Auch dulde ich keine Fremden im Lager“
Ich ueberlegte, so wie mich dieses Weib anherrschte hat sie das Wort in diesem Lager, ich sollte mich auf jedenfall gut stellen mit ihr.
Ich blickte und rollte mit meinem linken Auge runterwaerts in der Hoffnung sie wuerde diese Geste verstehen und mich vom Knebel befreien.
„Ich muss mich jetzt um das Essen kuemmern“ verabschiedete sie sich und lies mich liegen.
*Tja das hast jetzt davon* dachte ich mir *versoffener Sack, der immer auf der glueckes Seite sich bewegte, musste ja eines Tages so kommen das dich jemand ewischt*
Ich bewegte mich vorsichtig am Boden und bemerkte das der Waffengurt fehlte, auch die Dolche am Schenkel nicht mehr vorhanden und die versteckten Waffen im Oberleder fehlten auch.
*Wow sie haben ganze Arbeit geleistet* dachte ich bei mir mit meinem uebrig geblieben Auge schaute ich runter zum rechten Stiefel *Oha !! das Messer haben sie uebersehen* nun dachte ich angestrengt nach wie ich mir diesen Vorteil nutzen konnte.
Nun schaute ich mir die Umgebung an und erkannte das ich nicht nur gefesselt sondern auch in einer art Zwinger gefangen gehalten wurde. Wieder sah ich im Augenwinkel etwas schwarzes das ich nicht erkannte und kurz darauf kam der Huene zu mir und stellte sich vor.
„Schakal so nennt man mich“ stellte er sich vor „ich rate dir, tu nichts unueberlegtes bevor Fuechsle sich entschieden hat was mit dir passiert“
Wieder war ich alleine mit meinem Unbehagen, bevor die Dunkelheit hereinbrach wuerde ich nicht versuchen an mein Messer zu kommen um mich zu befreien und dem Lager zu entkommen.
*Jaran* fiel mir dann auch ein *tja zu gut erzogen den muehrischen, der steht bestimmt immer noch dort und bewegt sich nicht*
Die Sonne neigte sich den Abend entgegen, als die Frau wieder vor mir trat, und mich lange ansah und ich deutlich spuerte das sie ueberlegte …
„Ich weiss nicht wer du bist, ein freundlicher Gast ganz bestimmt nicht von deiner Bewaffnung her gesehen“ eroeffnete sie das Gespraech.
„Von deinem Aussehen her, bist du ein Ketterer, ein Dieb, einer der dem schnellen Glueck hinter eilt und ganz gewiss keiner dem man vertrauen kann“ sprach sie weiter, mit den Worten „warten wir den neuen Tag ab“ schloß sie die einseitige Unterhaltung.
Nach einer weile kam dann noch einmal der Huene vobei der sich als Schakal vorgestellt hatte, er pfiff und plötzlich erschienen zwei schwarze große Hunde, Wotan ! Freya ! *platz* er deutete vor mir hin und die Hunde legten sich nieder. So dermaßen bewacht war es mir unmoeglich meiner mißlichen Lage zu entkommen. Der Mond stand schon ziemlich hoch als ich endlich einschlief, geplagt von schrecklichen Alptraeumen.
Ich traeumte wieder von weißen neuem, schwarze Raben, von zwoelf und dergleichen und dann mischten sich auch noch zwei schwarze große Hunde mit. Wie soll ich diesen Traum werten, vorallem da diese beiden wohl durchaus hoehren konnten und scheinbar dem Huenen aufs Wort gehorchten, so wachte ich schweiss gebadet frueh am naechsten Morgen auf, kurz bevor die Sonne das Lager erreichte.
Ich sah die Frau bereits am Feuer hantieren und roch dass sie Kaffee zubereitete der Duft zog durch das ganze Lager, beide Hunde lagen immer noch bei mir, der groessere setzte sich in diesem Augenblick auf und starrte mich an. Der Geifer rann ihm links und rechts aus der Schnauze und ich in meiner gefesselten Haltung bekam die Angst zu spueren. Nun setzte sich auch der schlankere auf und von *Rellchen* wusste ich nun das der groessere ein maennchen und die schmaelere ein weibchen war.
Die Frau muss einen siebten Sinn haben, denn just in diesem Augenblick schaute sie in meine Richtung und bemerkte das ich wach da lag.
„Ich nehm dir jetzt erstmal deinen Knebel ab“ sagte sie als Morgengruss zu mir und des weiteren sprach sie
„Eine falsche Bewegung und Wotan zerreisst dich in Stuecke“
So wie ich den Hund einschaetzte sprach sie die Wahrheit und ich dachte auch an den Huenen der sich Schakal nannte und versicherte ihr mit einem Kopfnicken das ich sehr wohl verstanden hatte.
Sie nahm mir den Knebel ab und ich konnte endlich wieder frei durchatmen und wagte es mich aufzusetzen, so stellte ich mich vor.
„Mein Name ist ……“
„Es ist mir egal wie du heisst“ unterbrach sie mich, „am besten Schakal bindet dich an einem Baum kurz bevor wir weiter ziehen, deinesgleichen und *DU* ganz im besonderen moechte ich nichts zu tun haben“
„Wie hast du eigentlich dein Pferd erzogen? Es steht seit gestern an dem Platz wo du abgestiegen bist und jedesmal wenn sich jemand naehert stampft es Angriffslustig mit den Hufen“ fragte sie mit gespannter Interesse.
Ich schaute der Frau lange ins Gesicht und begann noch einmal, dieses mal sprach ich sie mit ihrem Namen an, den der Huene mir mitgeteilt hatte, auch in der Hoffnung das es die richtige Frau sei.
„Fuechsle, ich bin nicht hier um euch oder eurem Lager zu schaden“
Da lachte sie glockenhell auf „Uns Schaden? Mach dich nicht laecherlicher als du eh schon bist“
„Die Erziehung meines Pferdes hat was mit Freundschaft zu tun, mit Vertrauen und Zuneigung“. Begann ich die schwierige Unterhaltung anderst zu gestalten.
„Deinesgleichen in einem Atemzug mit Freundschaft zu nennen ist ein Wiederspruch in sich“ entgegnete sie mir.
„Ich kann es beweisen, wenn es dir beliebt“ und insgeheim hoffte ich *Jaran* wuerde meinen Pfiff folge leisten.
So pfiff ich und tatsaechlich, mein sooft muehrisches Pferd kam zu mir und stupste mit der Nase den Zwinger an, Fuechsle erstaunte und zum ersten male sah ich weiche Zuege in ihrem Gesicht.
In diesem Augenblick kam Schakal aus dem Zelt und sah was bisher wohl unendeckt blieb, das Schwert *Blender* bei Jaran.
„Fuechsle! Siehst du nicht was dieser Wegelagerer vorhat? Er will zu seinem Schwert das am Pferd haengt“
Sofort verfinsterte sich die Miene wieder von der Frau die sich Fuechsle nannte.
„Fuechsle“ begann ich „wie soll ich gefesselt und hier in diesem Zwinger mein Schwert erreichen das mehrere Ellen ueber mir haengt“
Sie entspannte sich ein wenig und dachte wohl nach was mit mir passieren sollte
„Fuechsle“ begann ich vom neuem das Gespraech „ich will hier niemaden Schaden oder Aerger bereiten“
Fuechsle schaute mich mit schwachem Interesse an.
„Das Lager zu dem ich immer wieder zurueck kehre gleicht von den Farben das deine“
Immer noch ueberlegte Fuechsle was mit mir wohl geschehen sollte.
„Freundschaft und Treue haben bei mir einen hohen Stellenwert sonst wuerde ich nicht in das Lager zurueck kehren das mich vor dem Tode bewahrt hat, das heute meine Zuhause ist“
Fuechsle blickte mich immer noch zweifelnd an und auch Schakal blickte finster drein.
„Ich kehre immer wieder in das Lager zurueck und bringe seltenes und kostbares dorthin.
Zum erstenmal sah ich in Fuechsle`s Augen ein Schuldbewustes Funkeln und ich dachte sofort an den Kaffeegeruch und ein leichtes Laecheln stahl sich in meinen Mundwinkel.
„Soso, du redest also von Dieben und stiehlst selber“ !
„Der Sack ist von deinem Pferd gefallen“ entgegnete sie mir.
„Wie auch immer“ fuhr sie fort „ich vertraue dir nicht und kennen lernen will ich dich auch nicht“
„Dann gib mir eine Moeglichkeit dir zu beweisen das ich kein Schlechter bin“ entgegnete ich ihr.
Fuechsle ueberlegte wieder.
„Okay, wenn Wotan dir vertraut dann will ich das auch“
„Du machst mein Schicksal an der Laune eines Hunde abhaengig“ ? fragte ich Fuechsle.
„Wir koennen das auch lassen“ entgegnete sie mir.
Ich dachte nun selber angestrengt nach welches nun mein schlimmeres Los ist, festgebunden an einem Baum oder die Laune eines Hundes ausgesetzt.
„Also gut, aber ich werde aus dem Zwinger befreit und den Fesseln entledigt“!
Schakal zerrte mich aus dem Zwinger und mit seinem Sax zerschnitt er mir die Fesseln an Beinen und Haenden.
Nun stand ich da und wusste nicht welche Gliedmaße ich zuerst massieren sollte, als Shakal Wotan rief. Wotan kam und Shakal herrschte ihn an „sitz“, Wotan setzte sich.
Des weiteren hob Shakal den Zeigefinger und Wotan verstand, das mir unbekannte Zeichen.
Fuechsle und Shakal entfernten sich und Wotan blieb in seiner Haltung, wachsam-gespannt …
Da ich nun nicht wusste was von mir verlangt wurde, ging ich zuerst einmal in die Hocke und streckte meine linke Hand aus. Wotan sah in mich hindurch, mit meiner rechten Hand suchte ich den Griff meines Messers das immer noch im rechte Stiefel steckte.
„Wotan“ lockte ich ihn nun, immer noch die linke ihm hingereicht.
Wotan schnupperte daran, ich beugte mich in der knieenden Haltung naeher zu ihm und streichelte ihm am Kopf. Wotan streckte seinen massiven Schaedel naeher zu mir und ich kraulte ihm am Hals. Noch naeher rueckte ich und streichelte ihn mit beiden Haenden nun am Koerper, als sich Fuechsle und Shakal sich wieder naeherten, blickte Wotan schuldbewusst zu Boden.
Fuechsle sagte nun „Nun da Wotan dir vertraut und du das Messer nicht gezogen hast in deiner Not, will ich dir vertrauen“ Shakal der hinter Fuechsle ging legte seinen Bogen zur Seite und nun ahnte ich wie knapp ich dem Tode wieder einmal entronnen bin.
Nun begann ich erneut „mein Name ist Arioch“.
„Ich will dir und deinem Lager nicht schaden“ versicherte ich erneut!
„Nach er Ausrichtung eures Lagers zu urteilen haben wir in etwa den selben Weg“ sprach ich weiter,“wie waere es denn ich helfe euch bei dem Abbau des Lagers und ich begleite euch ein Stueck, vielleicht treffen wir auf dem Weg auf mein Lager und ich stelle euch vor“
Bei mir dachte ich, dass das Gsindl zu dieser Zeit eher langsamer unterwegs ist und ich diese mit Fuechsle und Shakal sicher einholen konnte.
Als Fuechsle dies schon verneinen wollte, sprach ich von *Rellchen* und von meinem Weib Shaya und so willigte sie doch ein, denn eine weisse Dogge ist ja doch eher ungewoenlich. Wir bauten das Lager ab und setzen uns in Bewegung, unterwegs erzaehlte ich wie an die weisse Dogge gekommen bin und da hoehrte ich Fuechsle das erste mal lachen, auch in Shakals Mundwinkel sah ich ein Laecheln und so schmolz langsam das Eis.
Als wir am dritten Tage wieder das schwarz – gelb eines Lagers sahen und von dem Aufbau der vergangenen Lagers ich wusste , das es das richtige war, wir ritten darauf zu.
*Rellchen* kam auf mich zugestuermt kaum das ich von *Jaran* herab gestiegen war und begruesste mich so stuermisch, das ich mich kaum auf den Beinen halten konnte.
Auch die anderen kamen herbei und ich stellte sie untereinander vor. Als nun Shaya aus dem Zelt kam, beide Frauen sich in die Augen blickten, kam es mir vor als wuerden sie sich erkennen, wie sich Muetter kennen die sich um das Wohl und Recht kuemmern.

Rellchen`s Weg

Posted by: Arioch in Rellchens Weg No Comments »

Etwas neues, etwas weisses, etwas anderes, etwas etwas etwas …
und deren zwoelf sollen es sein … den zwoelf ist einer den Goettern
gefaelligen Zahl … Ich weiss das es so ist denn einst besuchte ein
Rabe mir in Traum und sagte es mir „Immer liebte ich die Zahl
zwoelf und das ist der Grund warum die Goetter mich erkoren allen
Voelkern die Wahrheit kundzutun“
Traeume sind was furchtbares, vorallem wenn sie nicht gedeutet
werden koennen,von weissen, vom neuen, von schwarzen Voegeln
die irgendeinen Unsinn daherbrabbeln, ich schlief unruhig und
waelzte mich seit Naechten nur herum. Meine Laune die sich an
den Tag legten waren dementsprechend,  noch muerrischer, noch
gereizter, für jeden Streit und Hader zu haben.
Leila die zarte schwarze Perle aus dem Orient, die jede meiner
Launen mit Engelsgeduld ertrug, mied mich mittlerweile. Lady Brigid
viel zu erhaben und von Stiefellecker umgeben die um Ihr hofierten,
als das Sie bemerkte das ich innerlich schaeumte und mein Weib
Shaya  ignorierte mich …
Verdammt was hatte mich nur geritten mich dem Tross
anzuschliessen, in der Hoffnung, im Schutz der Ritter und Knappen,
den Haeschern entkommen zu koennen die seit einiger Zeit mir auf
den Fersen sind, ich haette wohl den Bischof zu Koeln nicht so
hintergehen sollen!
Wir reisten seit Monden von einem Heerlager zum anderen, nie
wirklich lange an einem Fleck und das schlimmste, nachdem die
Herkunft von Lady Brigid aus dem Hause Dasio bekannt wurde, stand
ich unter staendiger Beobachtung irgendwelcher Hoeflingen von
unbedeutenden Herzogen, keine Gaunerein konnte ich mir erlauben
und das drueckte meine Stimmung noch tiefer.
Endlich kamen wir wieder in die Gegenden in der ich mich besser
auskannte und und meine Laune hob sich. Ich besprach mich mit
Lady Brigid und ihren beiden Damen ob es nicht besser waere, die
Wege wuerden sich trennen vom Tross. Lady Brigid die aber den
Luxus nicht entsagen wollte, entschied dagegen und wies mich
herrisch an, ebenso zu bleiben. Um den Friedens willen bejahte ich
ihr Anliegen.
Heimlich jedoch packte ich bereits meine Habe, mein muerrisches
Pferd Jaran spuerte das es nicht mehr lange dauern wuerde und wir
zu unserem alten Leben zurueckkehrten.
Ich zog mich an diesen Abend eher in mein Zelt zurueck, entledigte
mich meiner feiner Kleidung und holte meine Ledersachen wieder
hervor, einen prall gefuellten Beutel voller Silberlinge und eine
Handvoll Gold. Meine Waffen lagen nun griffbereit, das Schwert
*Stich* leicht angelaufen bearbeitete ich mit Oel und Leinen damit
es wieder glaenzte.
Ich legte mich hin und stellte mich schlafend, denn mein Weibe
wuerde mich nicht gehen lassen.
Als nun alles schlief erhob ich mich, zog mich an, nahm meinen
Waffengurt, meine Waffen und nahm das Schwert *Blender* ebenso
mit. Der Vollmond leistete mir gute Dinge, den Weg auszulaeuchten,
so pfiff ich leise, Jaran kam zu mir, so konnte ich ihn in Ruhe satteln,
*Blender* bei ihm verstecken und verzog mich leise und langsam in
der Dunkelheit.
Ich ritt stets nach Sueden, schneller um mich vom Tross zu
entfernen, nicht das Lady Brigid einen dieser kricherischen Hoeflinge
mir hinterhersannte, oder Leila die mit ihrer schwarzen Stute
gleichauf dem Wind reiten konnte. Mein Weib wusste das ich
wiederkehren wuerde, so machte ich mir keinen Gedanken um ihren
Grauen Hengst, der aus dem fernen Mongolenstamm als Pferdefuerst
angesehen wurde.
Auch wechstelte ich die Wege an Kreuzungen und mied es, mich in
Tavernen blicken zu lassen, zu Auffaellig ein Einaeugiger mit einem
Edelstein in der Augenklappe, aber genau diesem Umstand
verdanke ich oft die Unaufmerksamkeit anderer, die so fixiert und
gebannt auf diesen Edelstein starrten.
So verlies ich die Besitztuemer meines Herzoges und befand mich
nun einem eher unbedeutenden Grafen´s Land, aber noch nicht auf
roemischen Boden.
Trotzig erhob sich seine Burg und ich uebernachtete dieses mal in
einer Taverne und hoehrte mir die Neuigkeiten an die hier die
Runde machten. Ich erfuhr so von einer Huendin die in der Naehe
ihre Jungen bekommen hatte, dieser Umstand alleine machte mich
noch nicht neugierig, als aber diese Unterhaltung nun im
Fluesterton weitergefuehrt wurde, zeigte mir nun doch auf, das
dieser Wurf etwas besonderes war. Es war von einer großen Huendin
die Rede, die unter ihrem gesammten Wurf einen weissen Welpen
hatte.
Natuerlich gehoehrte die Huendin und der Wurf dem ansaessigen
Grafen, an dessen Namen sich nicht einmal die naechsten
Anverwandten erinnern konnten. So schlief ich diese Nacht in der
Taverne und machte mich am naechsten Morgen auf, dem Grafen
einen Besuch abzustatten.
Die Torwache wollte mich zunaechst nicht vorlassen, also lies ich
zwei Silbermuenzen fallen und verschuf mir so den Zutritt in die Burg.
Jaran uebergab ich den Stallburschen und drueckte diesem 5 Kupfer
in die Hand und starrte ihn mit meinen linken Auge kalt an, der
Bursche verstand sofort und Jaran zwickte ihm zugleich in die
Schulter, mir tat nun der Junge leid, also schalt ich mein Pferd laut
*schluss jetzt* und klopfte Jaran beruhigend am Hals.
Meinen Waffengurt haengte ich an den Sattel und begab mich in das
Haupthaus wo zweifelslos dieser Graf sein Morgenmahl einnahm.
Ich betrat den Saal, augenblicklich erstarb die Unterhaltung als ich
mich dem Tisch naeherte, ich stelle mich vor und benutzte meinen
Titel, den ich sonst verschwieg, aber hier war er von Nutzen und so
oeffnete er mir, in dieser Burg, die Gastfreundschaft. Ich erklaerte
mich, mein Tun und mein Reiseziel das mich in meine Heimat
fuehrte und so dauerte es nicht lange und der Graf ueberwand seine
Vorsicht und Mißtrauen, man wies mir eine Kammer zu, die ich
dankbar annahm und verschwand an diesem Abend frueh,
Reisemuedigkeit vortaeuschend.
Am naechsten Morgen lagen für mich feine Kleidung bereit und ich
erfuhr das der Graf zu meiner Ehre eine kleine Feierlichkeit abhalten
wuerde, ich willigte ein und vertrieb mir den Tag mit belanglosem,
Jaran den ich auch ueberpruefte hatte es gut, nur der Stalljunge
schaute etwas ungluecklich so das ich ihm noch einen Silberling gab.
So langsam spuerte ich aber das der Graf mir etwas zeigen wollte,
ich hatte ihm noch nicht kundgetan das ich bereits von dem Wurf
wusste und so fuehrte er mich zu dieser großen Huendin und ihren
Nachkommen.
Ich erstaunte, so etwas hatte ich noch nie gesehen, die Huendin maß
eine Hoehe, die man von frischgeborene Kaelber herkannte.
Die Huendin stand auf und reichte mir bis zu Huefte, leichtes
unbehagen ueberkam mich, der Kopf des Hundes eines jungen
Baeren gleich und als ich das Gebiss sah wie sie sich streckte und
gaehnte verspuerte ich leichte Angst.
In dem Wurf Welpen sah ich tatsaechlich etwas weisses,
schneeweisses und mein Traum kam mir wieder in Erinnerung, aber
ich verhielt mich zurueckhaltend. Stolz praesentierte mir der Graf
jeden einzelnen Welpen, nur den weissen lies er in der Wurfkiste
und ich befragte ihn was mit dem Welpen sei.
„Der weisse ist taub“ sagte der Graf „und somit zur Jagd
ungeeigned“.
„Also ist dieser Hund wertlos“ ? fragte ich ihn.
„Für die Jagd, ja“ antwortete dieser „Aber für den Verkauf ist er
ein Beutel gefuellt mit Silber wert“
„Wieviel genau“ ? Leichtes Interesse ueberkam mich,
wahrscheinlich nur damit ich in Uebung blieb und blickte nun den
Grafen direkt ins Gesicht, mein Edelstein funkelte im Schein der
Nachmittags Sonne die direkt durch das Fenster fiel, der Graf
wusste es nicht anders und schaute darauf, gebannt.
„20 Silberlinge“ eroeffnete er den Handel.
„20 ? Ihr muesst von Sinnen sein“ entgegnete ich und bewegte
meinen Kopf leicht, sofort sah ich die Reaktion beim Grafen, noch
gebannter starrte er auf den Edelstein.
„Nunja, vielleicht waren 20 Silber doch zu hoch angesetzt, gebt
mir 15 und Ihr koennt den Welpen haben“
„15 ?“ immernoch gab ich mein bestes, den Unglaeubigen zu
spielen, der den Preis viel zu hoch befand.
„Ich geb Euch hoechstens 8 Silber für den tauben, der ja eh nichts
wert ist“
Nun war der Graf ueber mein Angebot aufgebracht und antwortete
„Dann ertraenk ich den lieber, als ihn Euch zu schenken“!
Mit dieser Aussage hatte ich nicht gerechnet und bemerkte sofort
das ich den Handelsbogen ueberspannte.
„Ihr habt recht Graf“ gab ich zu „Aber Ihr muesst zugeben mehr als
10 ist er nicht wert“
„Gebt mir wenigstens 12 Silber und ich wahre den Handel“
„Einverstanden 12 und es ist meiner“ Der Handel war besiegelt.
Jetzt erst sah ich mir den Welpen genauer an, bemerkte sofort das
der Welpe eine Huendin war, das verschwieg ich aber dem Grafen.
Ich nahm den Welpen an mich und ging zu Jaran, oeffnete einen
Sack der an dem Sattel hing und der Hund schluepfte freiwillig
hinein, Jaran nebenan stampfte mit dem Huf  und ich beruhigte
ihn, streichelte ihm an den Nuestern und kippte den Kopf leicht
zu dem Sack, Jaran verstand, er wuerde es nicht zulassen das sich
jemand naeherte.
Ich ueberstand dieses langweilige Fest, das den Anschein hatte, als
wuerde der Graf alle seiner unzaehligen Cousinnen und Schwestern
an mich heranfuehren. Aber ich lehnte sie ab und begab mich in
meine Kammer zog mich um, schaute kurz in der Kueche vorbei,
schnitt mir ein gutes Stueck aus der rohen Hirschkeule für die
Verpflegung des Hundes heraus.
Ich sattelte Jaran ueberpruefte jeden Gurt, der Hund schlief in der
Tasche. Ich ritt wieder gen Norden um mein Weib zu finden. In der
Dunkelheit der fuenften Nacht erreichte ich das Lager, der Welpe
hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht einen Laut von sich gegeben,
ich uebergab Shaya den Welpen, die sofort einen Namen hatte
*Rellchen* auch wenn dieses taube Geschoepf niemals ihren Namen
hoehren wird …

Die Gruppe war längst im tiefen Süden im Winterlager und ich langweilte mich, also ritt ich mit meinem Pferd Jaran der Dieberei entgegen, die ich immer unternahm, wenn ich von meinem Lager getrennt bin.

Diesmal ritt ich nach Osten, mein Beutel war schon gut gefüllt.

Mein treuer Weggefährte war zutiefst gekränkt, da ich mich nicht auf den Weg konzentrierte sondern seine Zügel freien lauf lies. Wahrheitlich hatte ich ein tiefsinniges Problem mit meinem Weinschlauch, irgendwie hatte ich das Gefühl, das dieser leckt denn jedesmal wenn ich davon trinken wollte, stellte ich fest das noch weniger drin war als ich annahm.

Als ich eine Stimme höhrte die so klar und rein war, sie drang tief in mein Herz und betörte mich so, daß ich mich sofort in diese verliebte, allerdings sah ich niemanden und wandte mich wieder meinem Wein zu.

Ein zweites mal höhrte ich die Stimme, mein Herz schlug wie wild und wiederum war niemand zu sehen, so schob ich das gehöhrte auf den Wein und meine alten Ohren die mir, wie sooft, einen Streich spielten.

Doch die Stimme nahm Gestalt an.

Als sie nun vor mir stand, nur Wotan weiß woher sie plötzlich kam, erstaunte sie mich, gewandet in feinstem Samt und bunter Farbe, das ich nur aus dem Orient kannte. Ihre Worte rührte mein Herz und mein Aug, das sonst recht eissig schaut; wurde weich; ein warmes Gefühl in der Magengegend breitete sich aus und ich musste gestehen, daß ich alles geben würde für diese Frau. Sie stellte sich als Shaya vor, ich stieg vom Pferd und nannte meinen Namen.

So führte sie mich in ihr Lager, ich hatte bis dahin wenig Kontakt zu dem Mongolischem Volke, so blieb ich also vorerst wachsam und mißstrauisch. Aber meine Sorge war unbekümmert, dieses Lager hatte gute Erfahrungen gemacht mit Reisenende aus dem Abendland und so empfingen sie mich herzhaft.

Wir saßen am Feuer und sie teilten ihr Salz mit mir, ich erzählte von meiner Heimat und von mir, die ältesten höhrten mir erstaunt zu und lachten sogar über meine Gaunerreien die ich zum besten gab.

Später wies man mir ein Zelt zu, in dem ich nächtigen konnte, Jaran war gut versorgt und der viele Wein den ich zu mir nahm, geleitete mich in das Land der Träume. Irgendwann spürte ich wie jemand unter mein Fell kroch, war aber zu müde, um in dieser Sache nachzugehen und so schlief ich recht lange in den nächsten Tag hinein.

Als ich erwachte, bemerkte ich das tatsächlich jemand neben mir schlief und als ich nachsah stellte sich heraus, das die Frau von Vortag nackt neben mir lag, da dachte ich bei mir : „war ja klar, das die Geschichte wieder blutig enden würde“

Ich zog mich leise an, schnallte mir meinen Gurt um, überprüfte den Sitz jeder sichtbare und versteckte Waffe. Ich versuchte die Lage von den Pferden mir vorzustellen auf das ich Jaran ereiche ohne das halbe Lager töten zu müssen. *Stich* nahm ich gleich in die Hand und trat aus dem Zelt heraus in der Hoffnung *Blender* zu erreichen, das bei meinem Pferd versteckt war.

Jubel empfang mich, fröhliche Musik war zu höhren und eine der *alten* kam auf mich zu und küsste mich, langsam kam Verzweiflung hoch, immer mehr der Mongolen sammelten sich vor dem Zelt und meine Hoffnung schwand immer mehr, daß ich das Lager unbemerkt verlassen könne.

Dann spürte ich hinter mir die Zeltwand sich bewegen und SIE stand da, jeder Nerv, jeder Muskel war angespannt, auf das ich die beginnende Feindseligkeit überstehe. Nichts dergleichen passierte und alle jubelten. Später erklärten sie mir, das in diesem Lager Tradition ist, das die Frau ihren Manne wählt und die Wahl viel auf mich, ich blieb noch 3 oder 4 Monde in diesem Lager als langsam die Zeit meiner Rückkehr kam, also verließ ich das Lager, wieder beschäftigt mit meinem Weinschlauch das irgendwo heimlich leckt, als ich wieder diese Stimme höhrte:

*So schnell vergißt du mich* und ich antwortet *nein ich werde dich nie vergessen weil ich dich liebe und wenn du bereit bist, meinen Weg zu gehen, werde ich da sein um dich zu führen*