Das fremde Lager

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Es war ein lauer midsommer Tag, ich sah aus der Ferne das schwarz – gelbe von meinem Lager und ritt so dem gefuellten Kessel entgegen der immer im Lager brodelte egal zu welcher Tageszeit ich dort ankam.
Leila die Perle aus dem Orient und Lady Brigid aus dem Hause Dasio konnten es nicht leiden einen Gast ohne Speiss zu bewirten. So lenkte ich also meinen muehrischen Jaran in die Richtung des Lagers, wie immer meinen Weinschlauch in der Hand der irgendwo heimlich leckte.
Das rechte Auge hatte ich vor langer Zeit in einem Kampf verloren, aber diesesmal trug ich eine einfache Augenbindeaus Leinen. Bekleidet in praktischen Leder, das aber auch an den wichtigen Teilen des Koerpers verstaerkt um den einen oder anderen Hieb abzuwenden, auch meine Bewaffnung die man sehen konnte floessten Respekt ein, nunja es waren auch unruhige Zeiten!
Als ich diesem Lager naeher kam bemerkte ich das etwas nicht stimmte. Das Hauptzelt war doppelt so groß wie ich es in Erinnerung hatte und so grollte es schon in mir, ueber den Verlust vieler Goldmuenzen die das Zelt bestimmt ausgerufen hatte!
Mit finsterer Miene stieg ich von Jaran ab, lies seine Zuegel los und deutete unwirsch zu Boden, mein Hengst wußte, diese Stelle und der Umkreis von 10 Schritt, mehr durfte er sich nicht bewegen!
Als ich den Rand des Lager’s erreichte, sah ich im linken Augwinkel etwas grosses schwarzes und gleich darauf in etwas schlankerer Gestalt noch einmal.
*Verdammt* haette ich besser aufgepaßt damals im Kampf dann haette ich beide Augen noch und ich wuerde nicht jedesmal meinen Kopf ruckartig bewegen muessen, wenn ausserhalb meines uebrig gebliebenen etwas Auge passierte.
Ich ging noch einen Schritt in das Lager, immer noch in dem glauben ich wuerde gleich mein Weib Shaya, Leila die Perle aus dem Orient, Lady Brigid, Björn und Grimaar antreffen, als ploetzlich ein fremder kahlgeschorener blonder Huene vor mir stand. Sein nackter Ober- koerper zeigte alle Muskeln und ich bemerkte eine Nordman Axt in seiner linken Hand.
Meine Hand fuhr blitzartig zu *Stich* und leise verfluchte ich mich da ich *Blender* bei Jaran gelassen hatte! Genauso schnell wie meine Hand zu dem Schwert sich bewegte, genauso schnell faellte mich der Huene mit einem Hieb mit seiner rechten Faust und ich wurde bewusstlos.
Als ich wieder erwachte, fand ich mich gefesselt und geknebelt vor und vor mir stand eine Frau mit langem Haar und blickte mich zornig an.
„Ich dulde in meinem Lager keine Waffen“ fuhr sie mich an und bevor ich mich bemerkbar machen konnte sprach sie weiter
„Auch dulde ich keine Fremden im Lager“
Ich ueberlegte, so wie mich dieses Weib anherrschte hat sie das Wort in diesem Lager, ich sollte mich auf jedenfall gut stellen mit ihr.
Ich blickte und rollte mit meinem linken Auge runterwaerts in der Hoffnung sie wuerde diese Geste verstehen und mich vom Knebel befreien.
„Ich muss mich jetzt um das Essen kuemmern“ verabschiedete sie sich und lies mich liegen.
*Tja das hast jetzt davon* dachte ich mir *versoffener Sack, der immer auf der glueckes Seite sich bewegte, musste ja eines Tages so kommen das dich jemand ewischt*
Ich bewegte mich vorsichtig am Boden und bemerkte das der Waffengurt fehlte, auch die Dolche am Schenkel nicht mehr vorhanden und die versteckten Waffen im Oberleder fehlten auch.
*Wow sie haben ganze Arbeit geleistet* dachte ich bei mir mit meinem uebrig geblieben Auge schaute ich runter zum rechten Stiefel *Oha !! das Messer haben sie uebersehen* nun dachte ich angestrengt nach wie ich mir diesen Vorteil nutzen konnte.
Nun schaute ich mir die Umgebung an und erkannte das ich nicht nur gefesselt sondern auch in einer art Zwinger gefangen gehalten wurde. Wieder sah ich im Augenwinkel etwas schwarzes das ich nicht erkannte und kurz darauf kam der Huene zu mir und stellte sich vor.
„Schakal so nennt man mich“ stellte er sich vor „ich rate dir, tu nichts unueberlegtes bevor Fuechsle sich entschieden hat was mit dir passiert“
Wieder war ich alleine mit meinem Unbehagen, bevor die Dunkelheit hereinbrach wuerde ich nicht versuchen an mein Messer zu kommen um mich zu befreien und dem Lager zu entkommen.
*Jaran* fiel mir dann auch ein *tja zu gut erzogen den muehrischen, der steht bestimmt immer noch dort und bewegt sich nicht*
Die Sonne neigte sich den Abend entgegen, als die Frau wieder vor mir trat, und mich lange ansah und ich deutlich spuerte das sie ueberlegte …
„Ich weiss nicht wer du bist, ein freundlicher Gast ganz bestimmt nicht von deiner Bewaffnung her gesehen“ eroeffnete sie das Gespraech.
„Von deinem Aussehen her, bist du ein Ketterer, ein Dieb, einer der dem schnellen Glueck hinter eilt und ganz gewiss keiner dem man vertrauen kann“ sprach sie weiter, mit den Worten „warten wir den neuen Tag ab“ schloß sie die einseitige Unterhaltung.
Nach einer weile kam dann noch einmal der Huene vobei der sich als Schakal vorgestellt hatte, er pfiff und plötzlich erschienen zwei schwarze große Hunde, Wotan ! Freya ! *platz* er deutete vor mir hin und die Hunde legten sich nieder. So dermaßen bewacht war es mir unmoeglich meiner mißlichen Lage zu entkommen. Der Mond stand schon ziemlich hoch als ich endlich einschlief, geplagt von schrecklichen Alptraeumen.
Ich traeumte wieder von weißen neuem, schwarze Raben, von zwoelf und dergleichen und dann mischten sich auch noch zwei schwarze große Hunde mit. Wie soll ich diesen Traum werten, vorallem da diese beiden wohl durchaus hoehren konnten und scheinbar dem Huenen aufs Wort gehorchten, so wachte ich schweiss gebadet frueh am naechsten Morgen auf, kurz bevor die Sonne das Lager erreichte.
Ich sah die Frau bereits am Feuer hantieren und roch dass sie Kaffee zubereitete der Duft zog durch das ganze Lager, beide Hunde lagen immer noch bei mir, der groessere setzte sich in diesem Augenblick auf und starrte mich an. Der Geifer rann ihm links und rechts aus der Schnauze und ich in meiner gefesselten Haltung bekam die Angst zu spueren. Nun setzte sich auch der schlankere auf und von *Rellchen* wusste ich nun das der groessere ein maennchen und die schmaelere ein weibchen war.
Die Frau muss einen siebten Sinn haben, denn just in diesem Augenblick schaute sie in meine Richtung und bemerkte das ich wach da lag.
„Ich nehm dir jetzt erstmal deinen Knebel ab“ sagte sie als Morgengruss zu mir und des weiteren sprach sie
„Eine falsche Bewegung und Wotan zerreisst dich in Stuecke“
So wie ich den Hund einschaetzte sprach sie die Wahrheit und ich dachte auch an den Huenen der sich Schakal nannte und versicherte ihr mit einem Kopfnicken das ich sehr wohl verstanden hatte.
Sie nahm mir den Knebel ab und ich konnte endlich wieder frei durchatmen und wagte es mich aufzusetzen, so stellte ich mich vor.
„Mein Name ist ……“
„Es ist mir egal wie du heisst“ unterbrach sie mich, „am besten Schakal bindet dich an einem Baum kurz bevor wir weiter ziehen, deinesgleichen und *DU* ganz im besonderen moechte ich nichts zu tun haben“
„Wie hast du eigentlich dein Pferd erzogen? Es steht seit gestern an dem Platz wo du abgestiegen bist und jedesmal wenn sich jemand naehert stampft es Angriffslustig mit den Hufen“ fragte sie mit gespannter Interesse.
Ich schaute der Frau lange ins Gesicht und begann noch einmal, dieses mal sprach ich sie mit ihrem Namen an, den der Huene mir mitgeteilt hatte, auch in der Hoffnung das es die richtige Frau sei.
„Fuechsle, ich bin nicht hier um euch oder eurem Lager zu schaden“
Da lachte sie glockenhell auf „Uns Schaden? Mach dich nicht laecherlicher als du eh schon bist“
„Die Erziehung meines Pferdes hat was mit Freundschaft zu tun, mit Vertrauen und Zuneigung“. Begann ich die schwierige Unterhaltung anderst zu gestalten.
„Deinesgleichen in einem Atemzug mit Freundschaft zu nennen ist ein Wiederspruch in sich“ entgegnete sie mir.
„Ich kann es beweisen, wenn es dir beliebt“ und insgeheim hoffte ich *Jaran* wuerde meinen Pfiff folge leisten.
So pfiff ich und tatsaechlich, mein sooft muehrisches Pferd kam zu mir und stupste mit der Nase den Zwinger an, Fuechsle erstaunte und zum ersten male sah ich weiche Zuege in ihrem Gesicht.
In diesem Augenblick kam Schakal aus dem Zelt und sah was bisher wohl unendeckt blieb, das Schwert *Blender* bei Jaran.
„Fuechsle! Siehst du nicht was dieser Wegelagerer vorhat? Er will zu seinem Schwert das am Pferd haengt“
Sofort verfinsterte sich die Miene wieder von der Frau die sich Fuechsle nannte.
„Fuechsle“ begann ich „wie soll ich gefesselt und hier in diesem Zwinger mein Schwert erreichen das mehrere Ellen ueber mir haengt“
Sie entspannte sich ein wenig und dachte wohl nach was mit mir passieren sollte
„Fuechsle“ begann ich vom neuem das Gespraech „ich will hier niemaden Schaden oder Aerger bereiten“
Fuechsle schaute mich mit schwachem Interesse an.
„Das Lager zu dem ich immer wieder zurueck kehre gleicht von den Farben das deine“
Immer noch ueberlegte Fuechsle was mit mir wohl geschehen sollte.
„Freundschaft und Treue haben bei mir einen hohen Stellenwert sonst wuerde ich nicht in das Lager zurueck kehren das mich vor dem Tode bewahrt hat, das heute meine Zuhause ist“
Fuechsle blickte mich immer noch zweifelnd an und auch Schakal blickte finster drein.
„Ich kehre immer wieder in das Lager zurueck und bringe seltenes und kostbares dorthin.
Zum erstenmal sah ich in Fuechsle`s Augen ein Schuldbewustes Funkeln und ich dachte sofort an den Kaffeegeruch und ein leichtes Laecheln stahl sich in meinen Mundwinkel.
„Soso, du redest also von Dieben und stiehlst selber“ !
„Der Sack ist von deinem Pferd gefallen“ entgegnete sie mir.
„Wie auch immer“ fuhr sie fort „ich vertraue dir nicht und kennen lernen will ich dich auch nicht“
„Dann gib mir eine Moeglichkeit dir zu beweisen das ich kein Schlechter bin“ entgegnete ich ihr.
Fuechsle ueberlegte wieder.
„Okay, wenn Wotan dir vertraut dann will ich das auch“
„Du machst mein Schicksal an der Laune eines Hunde abhaengig“ ? fragte ich Fuechsle.
„Wir koennen das auch lassen“ entgegnete sie mir.
Ich dachte nun selber angestrengt nach welches nun mein schlimmeres Los ist, festgebunden an einem Baum oder die Laune eines Hundes ausgesetzt.
„Also gut, aber ich werde aus dem Zwinger befreit und den Fesseln entledigt“!
Schakal zerrte mich aus dem Zwinger und mit seinem Sax zerschnitt er mir die Fesseln an Beinen und Haenden.
Nun stand ich da und wusste nicht welche Gliedmaße ich zuerst massieren sollte, als Shakal Wotan rief. Wotan kam und Shakal herrschte ihn an „sitz“, Wotan setzte sich.
Des weiteren hob Shakal den Zeigefinger und Wotan verstand, das mir unbekannte Zeichen.
Fuechsle und Shakal entfernten sich und Wotan blieb in seiner Haltung, wachsam-gespannt …
Da ich nun nicht wusste was von mir verlangt wurde, ging ich zuerst einmal in die Hocke und streckte meine linke Hand aus. Wotan sah in mich hindurch, mit meiner rechten Hand suchte ich den Griff meines Messers das immer noch im rechte Stiefel steckte.
„Wotan“ lockte ich ihn nun, immer noch die linke ihm hingereicht.
Wotan schnupperte daran, ich beugte mich in der knieenden Haltung naeher zu ihm und streichelte ihm am Kopf. Wotan streckte seinen massiven Schaedel naeher zu mir und ich kraulte ihm am Hals. Noch naeher rueckte ich und streichelte ihn mit beiden Haenden nun am Koerper, als sich Fuechsle und Shakal sich wieder naeherten, blickte Wotan schuldbewusst zu Boden.
Fuechsle sagte nun „Nun da Wotan dir vertraut und du das Messer nicht gezogen hast in deiner Not, will ich dir vertrauen“ Shakal der hinter Fuechsle ging legte seinen Bogen zur Seite und nun ahnte ich wie knapp ich dem Tode wieder einmal entronnen bin.
Nun begann ich erneut „mein Name ist Arioch“.
„Ich will dir und deinem Lager nicht schaden“ versicherte ich erneut!
„Nach er Ausrichtung eures Lagers zu urteilen haben wir in etwa den selben Weg“ sprach ich weiter,“wie waere es denn ich helfe euch bei dem Abbau des Lagers und ich begleite euch ein Stueck, vielleicht treffen wir auf dem Weg auf mein Lager und ich stelle euch vor“
Bei mir dachte ich, dass das Gsindl zu dieser Zeit eher langsamer unterwegs ist und ich diese mit Fuechsle und Shakal sicher einholen konnte.
Als Fuechsle dies schon verneinen wollte, sprach ich von *Rellchen* und von meinem Weib Shaya und so willigte sie doch ein, denn eine weisse Dogge ist ja doch eher ungewoenlich. Wir bauten das Lager ab und setzen uns in Bewegung, unterwegs erzaehlte ich wie an die weisse Dogge gekommen bin und da hoehrte ich Fuechsle das erste mal lachen, auch in Shakals Mundwinkel sah ich ein Laecheln und so schmolz langsam das Eis.
Als wir am dritten Tage wieder das schwarz – gelb eines Lagers sahen und von dem Aufbau der vergangenen Lagers ich wusste , das es das richtige war, wir ritten darauf zu.
*Rellchen* kam auf mich zugestuermt kaum das ich von *Jaran* herab gestiegen war und begruesste mich so stuermisch, das ich mich kaum auf den Beinen halten konnte.
Auch die anderen kamen herbei und ich stellte sie untereinander vor. Als nun Shaya aus dem Zelt kam, beide Frauen sich in die Augen blickten, kam es mir vor als wuerden sie sich erkennen, wie sich Muetter kennen die sich um das Wohl und Recht kuemmern.