Seit Tagen ritt ich schon durch den stetigen Regen, ueberall im ganzen Land fiel das kalte Nass vom Himmel.
Jaran mein Pferd blickte immer missmutiger und muehrischer ueber seine Schultern und ich spuerte dass er mich am liebsten abwerfen wuerde. Nur seine Treue zu mir, war staerker als seinen Launen.
Zurueck zu meinem Weibe, die sicherlich sehnsuechtig im Lager auf mich wartete, trieb mich durch diesen Regen der einfach nicht enden wollte.
Jaran hatte mit mir schon wirklich viele Dinge durchgemacht, nur jetzt wuerde er am liebsten irgendwo im trockenen stehen und die Sonne abwarten. Mir machte das Wetter weniger aus und denoch war auch bei mir der Punkt erreicht, an dem ich fluchte und schimpfte.
Nicht nur das meine Gewandung nass war, nein auch meine Waffen dufteten mittlerweile nach frischen Rost. Ich wuerde sicherlich einen ganzen Tag damit verbringen diese zu saeubern und zu pflegen.
Von der Umgebung wusste ich, dass in der Naehe eine Muehle stand. Deren Besitzer, hatte mich schon frueher beherbergt. Ausserdem war diese Muehle ein *stiller* Zufluchts Ort der Diebesgilde der Dasios. Also lenkte ich Jaran in die oestliche Richtung und versuchte mich daran zu erinnern, an welcher Baumgruppe ich den Weg nehmen musste damit ich in das Tal mit der „Kraehen Muehle“ gelangte.
Wie ich so gruebelte welcher Pfad nun der Richtige sei, trabte Jaran von alleine dorthin, sein Blick nach hinten zu mir versprach nichts gutes, als wuerde er mir sagen wollen *Reiten wir woanders hin, so werf ich dich nun wirklich ab*. So beugte ich mich nach vorne und klopfte mein Pferd am Hals und besaenftigte ihn so.
Sein Schritt beschleunigte sich in ein leichtes Galopp und nach kurzer Zeit erreichten wir das Tal. Als wir uns so naeherten, bemerkte ich das etwas nicht stimmte. In der Muehle brannte immer am Fenster eine Kerze; ein Zeichen der Sicherheit. Ein Licht; ein Nachtlicht; ein Sturmlicht aber dieses mal nicht.
So zog ich an den Zuegeln und Jaran wurde langsamer, ich beugte mich vor und zog ihm leicht am Ohr, Jaran fing im Schritt Tempo an zu schleichen. Im Schatten der Baeume naeherten wir uns leise der Muehle, ich lenkte mein Pferd an den dunklen Rand der Scheune und stieg vorsichtig von ihm. Ein kurzer Blick in die Scheune und ich oeffnete sie meinem Hengst, damit er endlich im trockenen stand. Ich nahm ihm den Sattel ab, denn ich wusste das niemand den treuen aber muehrsichen nochmal in diesem Regen nach draussen bringen konnte.
Ich verlies die Scheune und schlich mich an die Muehle, umrundete sie und verschuf mir einen aeusseren Eindruck. Niemand begegnete mir, durch die kleinen Fenster blickte ich hinein, aber ich sah keine Menschens Seele. Ich oeffnete die Tuere und stand im Gang, so gut ich konnte lauschte ich, aber ich verlies mich da eher auf mein Bauchgefuehl das mir sagte dass das Gebaeude verlassen war.
Ich schritt den Gang entlang oeffnete die Tuere und stand in der Kueche, hier sah alles sauber und aufgeraeumt aus. Auch der Raum wo alle speisten sah normal aus.
Den Muehlstein und das angrenzende Mehllager interesierte mich nicht und so stieg ich nach oben um die Schlafraeume zu untersuchen. Das eine Bett sah aus, als haette man jemanden geschlachtet, ueberall Blut, sogar unter dem Bett, das andere eher wie jemand der aufgewacht war und sofort sich den Kampf gestellt hatte. Das dritte erschien mir unberuehrt, ebenso die anderen drei in dem oberen Gemach.
Also stieg ich wieder hinunter und begab mich in die Kueche und suchte nach Essbarem. Ich nahm mir Brot das etwas hart war aber auch vom gepoeckeltes Fleisch und Wein.
Ich verlies die Muehle durch die Hintertuer und bemerkte was ich zuvor uebersehen hatte, Graeber! Die Erde noch im halbrunden aufgetuermt das nur auf frischen Graeber zu sehen ist. Ich ueberlegte nun wer wohl darunter lag aber ohne sie zu oeffnen wuerde dies wohl ein Geheimnis bleiben das niemand lueften konnte. Als ich so da stand sah ich nun auch den fast unsichtbaren Pfad, das von dem Friedhof wegfuehrte in den angrenzenden Wald in Richtung der Berge.
Ich verstaute das Brot und das Fleisch bei Jaran, ueberpruefte abermals das er es gut hatte. Erneut trat ich in den Regen hinaus und folgte den Pfad in den Wald hinein. Kaum zu erkennen war er hier und trotzdem fuehrte er mich immer naeher an den nahem Berg heran.
Als ich an den Waldrand kam sah ich, das der Pfad zu einer Hoehle fuehrte. Dunkel erinnerte ich mich was der Mueller mir frueher immer sagte. „Diese Muehle ist nicht das groesste Geheimnis, das es hier gibt“
Ich schlich nun leise zu dem Eingang und sah hinein, der erste Eindruck war, das es eine natuerliche Hoehle ist, weit konnte ich aber nicht sehen, da sie nach vier oder fuenf Schritte eine scharfe Kurve bildete. Leise fluchen drang ich in die Hoehle ein.
Nach diesem *Knick* blieb ich erstaunt stehen. Hier sah man nun, das ein Steinmetz, diese von aussen zu sehende Hoehle bearbeitet hatte. Diese Kuppel von Decke konnte unmoeglich natuerlich enstanden sein, auch die Waende die senkrecht zur Decke fuehrten, zeigte mir dass ein wahrer Meister hier zugange war. Von meiner Stelle konnte ich das Ende dieser Hoehle nicht sehen, obwohl im Abstand von 10 Schritten eine brennende Fackel an den Wandhacken steckten.
Mein Augenlicht das sich langsam an das Licht gewoehnte, sah nun einen riesigen Tisch, an dessen Ende jeweils eine art massiver Thron aus Holz stand, an den Seiten eine Bank. Die Tafel war gedeckt und schwere Kerzenstaender erhellten die Stille.
Also trat ich einen Schritt hinein und blickte zu Boden, schwerer Stroh lag herum und ich erkannte eine kleine Axt dessen Blatt im Schein der Fackeln und Kerzen glaenzte, als waere sie aus Silber. Der Koerper, der daneben lag war nur noch ein Skelett, das mir aufzeigte das vor sehr langer Zeit hier ein Kampf stattgefunden hat. Die groesse der Axt und dessen Besitzer der nicht mehr lebte, sagte mir dass es ein kleinwuechsiger war, der hier einen Kampf kaempfte, den er verloren hatte.
An den Waenden standen allerlei Kisten, Truhen und Hocker offene Schraenke, aber auch Hausrat dass man benoetigte und allerlei aufzubewahren. Das ganze erweckte den Eindruck, das sich hier jemand versteckt und lebt.
Ausser dem knistern der Fackel und meinen eigenen Atem konnte ich nichts hoehren. Also setzte ich mich auf den Stuhl nahe dem Ausgang und schaute mich noch genauer um. Ich konnte immer noch nicht das Ende der Hoehle sehen, sah aber das es noch tiefer hinein reichte. Ich stand also wieder auf und umrundete die Tafel und stand nun am Ende deren.
Daemrig und finster der hintere Teil und nur schemenhaft konnte ich drei oder vier lange Holzkisten erkennen die am Boden standen. Diese Kisten erinnerten mich an etwas aber in diesem Moment kam ich nicht darauf also holte ich mir eine brennende Fackel von der Wand und beleuchtete so diesen teil der Hoehle. Wo diese langen Kisten da standen, war die Hoehle nicht zuende, der Gang der wegfuehrte, war eher so breit, so das nur eine Person durchgehen konnte.
Aus dem Gang meinte ich ein Kichern zu hoehren, aber meine Ohren spielten mir schon oft genug einen Streich. Die Fackel in der linken Hand die rechte am Schwert *Stich* so betrat ich den Gang und bewegte mich leise voran.  Nach einer Biegung blieb ich erstaunt stehen, das was ich nun sah, erinnerte mich an einer Schleierhoehle die ich als Kind in sehr heissen Tagen immer aufsuchte. Von oben tropfte Wasser in die Hoehle das an sehr langen Blattwerk hinunter floss und somit den Raum kuehlte. Auch daemmriges Tageslicht war hier zu sehen. Also schritt ich durch das stetige nass und stand erneut vor einer langen Kiste, diese war aber reicht verziert und der Deckel gewoelbt und nun viel mir ein, an was mich diese Truhen erinnerte.
SAERGE ….. *gottverdammt* fluchte ich vor mich hin.
Diese Hoehle ist ein einziges Grab und ein mir Unbekannter lebt hier. Das Tageslicht das von oben herein viel, wurde immer weniger und abermals meinte ich das Kichern zu hoehren nur dieses mal kam der Laut sehr deutlich vor mir aus diesem Sarg. In dem Moment als ich *Stich* zog, hob sich auch der Deckel. Ich erhob mein Schwert zum Schlag. Abrupt erhob sich der Tote und so schlug ich zu, er wich meinen Schlag behende aus und ich drehte mich von meiner eigenen Wucht des Hiebes. Diese Situation hatte ich schon oefter und ich vollendete diese Drehung und stand wieder vor ihm. Ich lies die Fackel fallen, die gerade eben eher hinderlich war und griff mit der freien Hand hinter mir in den Waffengurt und zog einen schweres Messer heraus, das ich aber noch nicht zum Einsatz brachte. Das Schwert nun in einer Verteidigungsstellung und dieser Mann griff an. Ich bewegte mich einen Schritt nach hinten um eine fuer mich guenstigere Position zu bringen. Er bewegte sich auf mich zu und ich schlug mit dem schweren Messer zu. Kleidung und Haut durchtrennte ich aber es zeigte an dem Toten keine Wirkung, abermals schlug er nach mir, ich hatte Muehe mich dem Angriff zu entziehen. Also begann ich den siebener Schlag, der damit endete das sich das Schwert in Brusthoehe des Angreifers *versank*. Wie zu erwarten drang *Stich* am ende in den Brustkorb meines Gegenueber ein und ich lies das Schwert los, zu oft hatte ich mich verschaetzt und erst nach dem Fall des Toten mein Schwert wieder an mich genommen. Der Tote mit *Stich* in der Brust grinste mich nur an und bewegte sich erneut auf mich zu. An dieser Stelle trat ich nun hastig den Rueckzug an. Zog meinen zweiten Dolch und lief zurueck in die Haupthoehle wo ich mehr Platz und viel mehr Licht hatte. Einer der drei Saerge war nun ebenfalls geoeffnet und ich stellte mich auf zwei Gegner ein. Da kam auch dieser schon, langsamer als der mit dem ich mich gerade auseinander setzte. Ein kurzer Sprint von mir, ich hob mein schweres Messer und durchtrennte den Hals oberhalb der Gurgel, duckte mich kurz und stand hinter ihm und schlug nun mit dem Messer hinten in das Genick, man konnte das knacken des Wirbels hoehren und der Kopf viel herunter, auch der Tote sackte nun endgueltig in sich zusammen und von der anderen Hoehle konnte man ein Gebruell hoehren.
Etwas ausser Atem blieb ich stehen an der Tafel und verarbeitete das eben erlebte. Mit zwei Messer wuerde ich den anderen nicht zu Fall bringen.
Ich stand nahe am Ausgang, als der andere die Hoehle betrat, er zog *Stich* aus seiner Brust und setzte sich, gemuetlich und selbstbewusst auf seinen Thron. Mein Schwert legte er vor sich auf den Tisch. Er betrachtete mein Schwert mit einem Blick den ich schon oft gesehen hatte, denn *Stich* war das einzige seiner Art.
„Setzt Euch doch“ sprach er mich an.
„Selten erlebe ich einen wahren Gegner“ fuehrte er das Gespraech fort.
„Wer seid Ihr, das Ihr so kaempfen koennt und woher kommt dieses Schwert, das mir so unbekannt in der Form ist“ .
Mistrauisch blieb ich stehen und antwortet, „Das Schwert kommt aus Mazedonienen“ .
„Also seid Ihr ein Mazedonischer Abenteurer“ ?
„Nein meine Wurzeln sind italienischer Herkunft“ und des weiteren fragte ich nun „Wer seid Ihr“ ?
Der Untote ueberging diese Frage und fixierte mich nun, ich stand mit beiden Messern in Kampfstellung am Tisch.
„Setzt Euch doch“ wiederholte er nun seine ersten Worte.
„Ich werde Euch jetzt nicht toeten“ fuehrte er das eher einseitige Gespraech fort.
Ich dachte ueber die eben gesagten Worte nach *Ich werde euch JETZT nicht toeten*, ein leichter Schauer rann mir den Ruecken herunter. Die einfache geradezu leicht dahin gesagten Worte vermittelten mir, das dieser Mensch Selbstsicherheit und enorm viel Selbstvertrauen hatte, womoeglich hatte er noch nie einen Kampf verloren, auch wenn ich ihm gerade ein Schwert in seiner Brust versenkt hatte.
„Ihr werdet mich ueberhaupt nicht toeten“ erwiederte ich ihm nun.
Er laechelte und sah mich amuesiert an.
„Wo habt Ihr Euer Auge verloren“ ? „Der Edelstein muss einen gewissen Wert haben so gross wie er ist und in seiner Reinheit funkelt“ !
*hmhmmh wieso will er alles Wissen ueber mich* dachte ich.
„Wer seid Ihr“ fragte ich ihn erneut.
„Mein Name ist Estien de Na`wah und ich bin unsterblich“.
„Aha“ entgegnete ich ihm und ich sah bei ihm einen Blick des Erzuernen.
„Keine Waffe aus Eisen oder Stahl kann mich verletzen oder toeten“ erklaerte er mir und schon hatte er wieder seinen eher aristokratischen Blick auf.
„Ist es nicht eher langweilig, ewig zu leben“ ?
Diese Frage amuesierte ihn nun so das er laechelte und da sah ich etwas das ich nur aus Geschichten her kannte.
Dieser Mann war ein Vampir, deutlich sah ich seine Eckzaehne. Nun passte alles, die verlassene Muehle, das Blut darin, die frischen Graeber und das hier erlebte. Das groesste Geheimnis war also dieser Vampir.
Ich setzte mich nun und legte meine Waffen an den Seiten des Tisches.
„Was ist hier passiert“ fragte ich ihn nun, „die Muehle stand seid jeher und dem Schutz meiner Familie und alle aus meiner Familie fanden immer Schutz in der *Kraehen Muehle*.
„Auch andere fanden Schutz bei dem Mueller, mit dem ich ein Abkommen hatte“ antwortete er mir.
„Was ist passiert“ ? Wiederholte ich meine Frage. „Ich bin nicht gewillt den Tod des Muellers und den Tod meines Muendel dessen Tochter es war hinzunehmen“ .
„Wie schon erwaehnt, auch andere fanden hier Zuflucht,  der Mueller begann den Fehler habgierig zu werden und prahlte mit seiner Tochter die ich ueber alles liebte“ .
„Ihr liebtet mein Muendel“ ?
„Ja, und in all den Jahren liebte und beschuetzte ich sie aus der Ferne“ . „Den Vampir den Ihr gerade getoetet habt, hat sie umgebracht. Ich wandelte diesen Mann verdammt zu sein auf ewig mir zu dienen“ !
„Ich begrub alle die ich toeten konnte bis auf diesen hier“ .
„Nun somit alles geklaert ist, werde ich nun aufbrechen“ . Mit diesen Worten erhob ich mich aus dem Thron.
Auch der Vampir stand auf und sprach zu mir.
„Ihr glaubt das Ihr gehen koennt, nachdem Ihr mein Geheimnis kennt“ ?
„Klar“ antwortet ich ihm.
Er packte mein Schwert und warf es nach mir, die Klinge zischte eine Handbreite an meinem Kopf vorbei und viel an der Wand runter.
Ich packte beide Messer und mir fielen wieder seine Worte ein: *keine Waffe aus Eisen oder Stahl kann mich toeten* . Also lies ich die Messer wieder los und zog statt dessen meinen kleinen Dolch vorne aus dem Waffengurt, von dem ich meinte das die Klinge aus Silber ist.
Der Vampir war mittlerweile nahe genug an mir als ich den Angriff startete und mit dem Dolch nach seinem Hals stach. Der Dolch beruehrte nur den Vampir als er einen Schrei des Schmerzen aussties. Eine Brandwunde zeigte sich mir an seinem Hals. Nun grinste ich und Estien de Na`wah der Vampir, zeigte sich vorsichtiger.
„Wir koennen es so handhaben“ sprach ich ihn nun an.
„Entweder ich gehe, wahre Euer Geheimnis und Ihr lebt, oder ich toete Euch und gehe trotzdem“ !
„Nein“ antwortet er mir „Ich toete Euch ARIOCH und den Rest Eurer Familie dessen von Dasio`s Ihr seid“ .
„Mein lieber Estien“ nun musste ich schmunzeln „Das Geheimnis meiner Herkunft werdet Ihr in Euer Grab mitnehmen“
Er griff mich an, ich bewegte mich und griff zu Boden an  die Stelle wo diese Silberne Axt lag. Kam wieder auf die Beine und schlug mit einen Hieb dem erstaunten Vampir den Kopf ab. Der Kopf und sein Rumpf  wurden augenblicklich zur Asche und nichts deutete hier mehr von der Anwesenheit eines Vamirs.
Ich setzte mich wieder und begann ueber das Erlebte nach zu denken.
Als die Nacht vorueber war und sich niemand der Hoehle naeherte, besuchte ich noch die frischen Graeber und hielt kurz inne um meine Freunde die hier lagen zu verabschieden.
Ich sattelte Jaran und ritt bei Sonnenschein von der Muehle weg um endlich bei meinen Weibe zu sein.
Die Axt, die mein Leben rettete wird immer einen Ehrenplatz haben.