Rellchen`s Weg

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Etwas neues, etwas weisses, etwas anderes, etwas etwas etwas …
und deren zwoelf sollen es sein … den zwoelf ist einer den Goettern
gefaelligen Zahl … Ich weiss das es so ist denn einst besuchte ein
Rabe mir in Traum und sagte es mir „Immer liebte ich die Zahl
zwoelf und das ist der Grund warum die Goetter mich erkoren allen
Voelkern die Wahrheit kundzutun“
Traeume sind was furchtbares, vorallem wenn sie nicht gedeutet
werden koennen,von weissen, vom neuen, von schwarzen Voegeln
die irgendeinen Unsinn daherbrabbeln, ich schlief unruhig und
waelzte mich seit Naechten nur herum. Meine Laune die sich an
den Tag legten waren dementsprechend,  noch muerrischer, noch
gereizter, für jeden Streit und Hader zu haben.
Leila die zarte schwarze Perle aus dem Orient, die jede meiner
Launen mit Engelsgeduld ertrug, mied mich mittlerweile. Lady Brigid
viel zu erhaben und von Stiefellecker umgeben die um Ihr hofierten,
als das Sie bemerkte das ich innerlich schaeumte und mein Weib
Shaya  ignorierte mich …
Verdammt was hatte mich nur geritten mich dem Tross
anzuschliessen, in der Hoffnung, im Schutz der Ritter und Knappen,
den Haeschern entkommen zu koennen die seit einiger Zeit mir auf
den Fersen sind, ich haette wohl den Bischof zu Koeln nicht so
hintergehen sollen!
Wir reisten seit Monden von einem Heerlager zum anderen, nie
wirklich lange an einem Fleck und das schlimmste, nachdem die
Herkunft von Lady Brigid aus dem Hause Dasio bekannt wurde, stand
ich unter staendiger Beobachtung irgendwelcher Hoeflingen von
unbedeutenden Herzogen, keine Gaunerein konnte ich mir erlauben
und das drueckte meine Stimmung noch tiefer.
Endlich kamen wir wieder in die Gegenden in der ich mich besser
auskannte und und meine Laune hob sich. Ich besprach mich mit
Lady Brigid und ihren beiden Damen ob es nicht besser waere, die
Wege wuerden sich trennen vom Tross. Lady Brigid die aber den
Luxus nicht entsagen wollte, entschied dagegen und wies mich
herrisch an, ebenso zu bleiben. Um den Friedens willen bejahte ich
ihr Anliegen.
Heimlich jedoch packte ich bereits meine Habe, mein muerrisches
Pferd Jaran spuerte das es nicht mehr lange dauern wuerde und wir
zu unserem alten Leben zurueckkehrten.
Ich zog mich an diesen Abend eher in mein Zelt zurueck, entledigte
mich meiner feiner Kleidung und holte meine Ledersachen wieder
hervor, einen prall gefuellten Beutel voller Silberlinge und eine
Handvoll Gold. Meine Waffen lagen nun griffbereit, das Schwert
*Stich* leicht angelaufen bearbeitete ich mit Oel und Leinen damit
es wieder glaenzte.
Ich legte mich hin und stellte mich schlafend, denn mein Weibe
wuerde mich nicht gehen lassen.
Als nun alles schlief erhob ich mich, zog mich an, nahm meinen
Waffengurt, meine Waffen und nahm das Schwert *Blender* ebenso
mit. Der Vollmond leistete mir gute Dinge, den Weg auszulaeuchten,
so pfiff ich leise, Jaran kam zu mir, so konnte ich ihn in Ruhe satteln,
*Blender* bei ihm verstecken und verzog mich leise und langsam in
der Dunkelheit.
Ich ritt stets nach Sueden, schneller um mich vom Tross zu
entfernen, nicht das Lady Brigid einen dieser kricherischen Hoeflinge
mir hinterhersannte, oder Leila die mit ihrer schwarzen Stute
gleichauf dem Wind reiten konnte. Mein Weib wusste das ich
wiederkehren wuerde, so machte ich mir keinen Gedanken um ihren
Grauen Hengst, der aus dem fernen Mongolenstamm als Pferdefuerst
angesehen wurde.
Auch wechstelte ich die Wege an Kreuzungen und mied es, mich in
Tavernen blicken zu lassen, zu Auffaellig ein Einaeugiger mit einem
Edelstein in der Augenklappe, aber genau diesem Umstand
verdanke ich oft die Unaufmerksamkeit anderer, die so fixiert und
gebannt auf diesen Edelstein starrten.
So verlies ich die Besitztuemer meines Herzoges und befand mich
nun einem eher unbedeutenden Grafen´s Land, aber noch nicht auf
roemischen Boden.
Trotzig erhob sich seine Burg und ich uebernachtete dieses mal in
einer Taverne und hoehrte mir die Neuigkeiten an die hier die
Runde machten. Ich erfuhr so von einer Huendin die in der Naehe
ihre Jungen bekommen hatte, dieser Umstand alleine machte mich
noch nicht neugierig, als aber diese Unterhaltung nun im
Fluesterton weitergefuehrt wurde, zeigte mir nun doch auf, das
dieser Wurf etwas besonderes war. Es war von einer großen Huendin
die Rede, die unter ihrem gesammten Wurf einen weissen Welpen
hatte.
Natuerlich gehoehrte die Huendin und der Wurf dem ansaessigen
Grafen, an dessen Namen sich nicht einmal die naechsten
Anverwandten erinnern konnten. So schlief ich diese Nacht in der
Taverne und machte mich am naechsten Morgen auf, dem Grafen
einen Besuch abzustatten.
Die Torwache wollte mich zunaechst nicht vorlassen, also lies ich
zwei Silbermuenzen fallen und verschuf mir so den Zutritt in die Burg.
Jaran uebergab ich den Stallburschen und drueckte diesem 5 Kupfer
in die Hand und starrte ihn mit meinen linken Auge kalt an, der
Bursche verstand sofort und Jaran zwickte ihm zugleich in die
Schulter, mir tat nun der Junge leid, also schalt ich mein Pferd laut
*schluss jetzt* und klopfte Jaran beruhigend am Hals.
Meinen Waffengurt haengte ich an den Sattel und begab mich in das
Haupthaus wo zweifelslos dieser Graf sein Morgenmahl einnahm.
Ich betrat den Saal, augenblicklich erstarb die Unterhaltung als ich
mich dem Tisch naeherte, ich stelle mich vor und benutzte meinen
Titel, den ich sonst verschwieg, aber hier war er von Nutzen und so
oeffnete er mir, in dieser Burg, die Gastfreundschaft. Ich erklaerte
mich, mein Tun und mein Reiseziel das mich in meine Heimat
fuehrte und so dauerte es nicht lange und der Graf ueberwand seine
Vorsicht und Mißtrauen, man wies mir eine Kammer zu, die ich
dankbar annahm und verschwand an diesem Abend frueh,
Reisemuedigkeit vortaeuschend.
Am naechsten Morgen lagen für mich feine Kleidung bereit und ich
erfuhr das der Graf zu meiner Ehre eine kleine Feierlichkeit abhalten
wuerde, ich willigte ein und vertrieb mir den Tag mit belanglosem,
Jaran den ich auch ueberpruefte hatte es gut, nur der Stalljunge
schaute etwas ungluecklich so das ich ihm noch einen Silberling gab.
So langsam spuerte ich aber das der Graf mir etwas zeigen wollte,
ich hatte ihm noch nicht kundgetan das ich bereits von dem Wurf
wusste und so fuehrte er mich zu dieser großen Huendin und ihren
Nachkommen.
Ich erstaunte, so etwas hatte ich noch nie gesehen, die Huendin maß
eine Hoehe, die man von frischgeborene Kaelber herkannte.
Die Huendin stand auf und reichte mir bis zu Huefte, leichtes
unbehagen ueberkam mich, der Kopf des Hundes eines jungen
Baeren gleich und als ich das Gebiss sah wie sie sich streckte und
gaehnte verspuerte ich leichte Angst.
In dem Wurf Welpen sah ich tatsaechlich etwas weisses,
schneeweisses und mein Traum kam mir wieder in Erinnerung, aber
ich verhielt mich zurueckhaltend. Stolz praesentierte mir der Graf
jeden einzelnen Welpen, nur den weissen lies er in der Wurfkiste
und ich befragte ihn was mit dem Welpen sei.
„Der weisse ist taub“ sagte der Graf „und somit zur Jagd
ungeeigned“.
„Also ist dieser Hund wertlos“ ? fragte ich ihn.
„Für die Jagd, ja“ antwortete dieser „Aber für den Verkauf ist er
ein Beutel gefuellt mit Silber wert“
„Wieviel genau“ ? Leichtes Interesse ueberkam mich,
wahrscheinlich nur damit ich in Uebung blieb und blickte nun den
Grafen direkt ins Gesicht, mein Edelstein funkelte im Schein der
Nachmittags Sonne die direkt durch das Fenster fiel, der Graf
wusste es nicht anders und schaute darauf, gebannt.
„20 Silberlinge“ eroeffnete er den Handel.
„20 ? Ihr muesst von Sinnen sein“ entgegnete ich und bewegte
meinen Kopf leicht, sofort sah ich die Reaktion beim Grafen, noch
gebannter starrte er auf den Edelstein.
„Nunja, vielleicht waren 20 Silber doch zu hoch angesetzt, gebt
mir 15 und Ihr koennt den Welpen haben“
„15 ?“ immernoch gab ich mein bestes, den Unglaeubigen zu
spielen, der den Preis viel zu hoch befand.
„Ich geb Euch hoechstens 8 Silber für den tauben, der ja eh nichts
wert ist“
Nun war der Graf ueber mein Angebot aufgebracht und antwortete
„Dann ertraenk ich den lieber, als ihn Euch zu schenken“!
Mit dieser Aussage hatte ich nicht gerechnet und bemerkte sofort
das ich den Handelsbogen ueberspannte.
„Ihr habt recht Graf“ gab ich zu „Aber Ihr muesst zugeben mehr als
10 ist er nicht wert“
„Gebt mir wenigstens 12 Silber und ich wahre den Handel“
„Einverstanden 12 und es ist meiner“ Der Handel war besiegelt.
Jetzt erst sah ich mir den Welpen genauer an, bemerkte sofort das
der Welpe eine Huendin war, das verschwieg ich aber dem Grafen.
Ich nahm den Welpen an mich und ging zu Jaran, oeffnete einen
Sack der an dem Sattel hing und der Hund schluepfte freiwillig
hinein, Jaran nebenan stampfte mit dem Huf  und ich beruhigte
ihn, streichelte ihm an den Nuestern und kippte den Kopf leicht
zu dem Sack, Jaran verstand, er wuerde es nicht zulassen das sich
jemand naeherte.
Ich ueberstand dieses langweilige Fest, das den Anschein hatte, als
wuerde der Graf alle seiner unzaehligen Cousinnen und Schwestern
an mich heranfuehren. Aber ich lehnte sie ab und begab mich in
meine Kammer zog mich um, schaute kurz in der Kueche vorbei,
schnitt mir ein gutes Stueck aus der rohen Hirschkeule für die
Verpflegung des Hundes heraus.
Ich sattelte Jaran ueberpruefte jeden Gurt, der Hund schlief in der
Tasche. Ich ritt wieder gen Norden um mein Weib zu finden. In der
Dunkelheit der fuenften Nacht erreichte ich das Lager, der Welpe
hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht einen Laut von sich gegeben,
ich uebergab Shaya den Welpen, die sofort einen Namen hatte
*Rellchen* auch wenn dieses taube Geschoepf niemals ihren Namen
hoehren wird …